Warum wir immer dicker werden

Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die dazu führen, dass wir immer dicker werden.

Die Industrielle Revolution geht weiter

Die industrielle Revolution hat irgendwann im 18. Jahrhundert stattgefunden. Das hat doch irgendwas mit James Watt und der Dampfmaschine zu tun, richtig? Ja und nein. Damals hat die industrielle Revolution begonnen oder sich zumindest enorm beschleunigt. Doch im Grunde hat diese Revolution nie aufgehört. Sie geht immer weiter. Zumindest wenn wir diesen Grundsatz annehmen: Industrielle Revolution heißt, dass Menschenkraft ersetzt wird. Vor rund 250 Jahren hat die absolute Mehrheit der Menschen noch körperlich gearbeitet. Heute ist in den entwickelten Industrieländern genau das Gegenteil der Fall. Nur ein Bruchteil der Personen arbeiten noch körperlich: Pflegepersonen, Müllmänner, Bauarbeiter und Handwerker. Wobei wir selbst diese Prozesse weiter automatisieren: Roboter-Pfleger und Putzroboter sind keine ferne Zukunft. Bauroboter und Roboter-Müllmänner klingen nach ferner Zukunft, sind aber durchaus möglich.
Während unsere Vorfahren noch harte körperliche Arbeit verrichteten und dabei viel Energie verbrauchten, ist unsere größte Energieanstrengung das Gehen zum Auto, der Einkauf oder das Tragen unseres Aktenkoffers.
Wir verbrauchen also immer weniger Energie. Wer im Büro arbeitet verbraucht kaum mehr Energie als jemand, der auf der Couch sitzt. Und weil die Muskeln im Laufe der Zeit immer weiter abbauen – ein natürlicher Prozess im Alter – nimmt der Energieverbrauch sogar noch ab.

Essen war Arbeit

In der Natur gibt es nur wenige Nahrungsmittel mit hohem Kaloriengehalt. Dazu gehören etwa Nüsse oder Fleisch. Die meisten Naturprodukte enthalten wenig Energie und viele Ballaststoffe. Sie müssen aufwendig gekaut und verdaut werden. Die Kifer und Kaumuskeln sind in der Evolution des Menschen immer weiter verkümmert. Grund dafür ist, dass wir mit Werkzeugen und dem Feuer die Lebensmittel besser erschließbar und kaubar gemacht haben. Die Kiefer hatten immer weniger zu tun.
Unsere Feldfrüchte sind alles andere als natürlich: Ihre Wildformen wie den wilden Apfel würden wir kaum als essbar empfinden. Essen und verdauuen selbst waren große Energiefresser. Unsere Vorfahren mussten also mehr Energie aufwenden, um weniger Energie zu erschließen.
Die meisten hochkalorischen Nahrungsmittel sind eine Erfindung der Neuzeit. Maßgeblich für deren Entwicklung war die Verbilligung des Haushaltszuckers. Der steckt dafür heute in fast jedem Lebensmittel. Dabei ist unser Körper nicht auf solche Lebensmittel eingestellt. Sie werden schnell und praktisch ohne hohen energieaufwand gekauft und verdaut.
Die Lebensmittel sind nicht nur hochkalorisch. Sie sind auch praktisch verdaufertig. Ballaststoffe gibt es in Fast Food oder Fertiggerichten kaum.

Billig will ich

Die Lebensmittel sind immer billiger geworden. Natürlich sind sie in Deutschland extrem ujd unverhältnismäßig billig. Doch sind sie insgesamt immer billiger geworden. Früher mussten die Menschen noch einen hohen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Heute könnte eine Person durchaus mit 100 Euro pro Monat für Lebensmittel auskommen.
Uns ist also nicht einmal durch den Preis eine Bremse auferlegt. Für wenige Euro erhalten wir tausende von Kalorien.

Evolution macht dick

Die meiste Zeit hatten die meisten Menschen ein eher geringes Nahrungsangebot. Der menschliche Körper ist ein guter Energieverwerter und kann überschüssige Energien in Fettreserven bunkern.
Da wir heute zu viel essen und uns zu wenig bewegen, nehmen wir zwangsläufig immer weiter zu. Die Evolution hat uns nicht für ein Leben mit wenig Bewegung, billiger, immer verfügbarer und hoch kalorischer Nahrung geschaffen.