Archiv der Kategorie: Leben

Wie das Leben so spielt

Scheinprobleme – das Leib-Seele- oder Körper-Geist-Problem

Das Scheinproblem ist eines der Reizthemen der Philosophie. Alles dreht sich um die Frage, ob ein formuliertes Problem tatsächlich ein Problem ist oder ob es nur zu einem Problem gemacht wird. Man verlässt schnell den Boden der Fakten und steigt auf in die Metaebene, in der nicht mehr über Probleme, sondern über das Sprechen über Probleme gesprochen wird. Wer noch viel freie Zeit übrig hat, steigt noch ein paar Ebenen höher und spricht über das Problem, welches entsteht, wenn man über das Problem diskutiert, Probleme sprachlich zu formulieren. Es ist jene Art von Debatte, die in der Frage gipfelt: „Wie definieren Sie…?“, „Was verstehen Sie unter…“. Am Ende diskutiert man über die Definition von Begriffen, anstatt über den eigentlichen Gegenstand. Philosophen sind das gewöhnt, alle anderen langweilen sich.

Was uns im Grunde fehlt, ist eine einfache und elegante Lösung oder Formel, mit der wir solchen Luftballon-Debatten die Luft ablassen können. Peter Janich, bei dem ich eine Weile studiert habe, hat eine recht komplexe Lösung entwickelt, Er nennt das den methodischen Kulturalismus.

Zumindest das Rätsel des Leib-Seele- oder Körper-Geist-Problems lässt sich knacken. Der Hirnforscher Ernst Pöppel führt eine ganze Reihe philosophischer Probleme auf die Schriftsprache zurück:

Indem ich mich vom gehörten Wort löse, das die unmittelbare Kommunikation kennzeichnet, wenn ich also den Text aufschreibe, gewinnt dieser ein Eigenleben. Er wandert in ein Archiv und löst sich von der unmittelbaren Kommunikation. In solchen dokumentierten Texten, insbesondere bei den Alphabetschriften, gehen aber wesentliche Merkmale der unmittelbaren Kommunikation verloren. … Eine wesentliche Konsequenz der Erfindung des Lesens ist somit nach meiner Einschätzung, dass wir in unserem Kulturkreis die Vorstellung entwickelt haben, als gebe es nur das explizite Wissen, das sich in Worten festhalten lässt, das in Büchern und Enzyklopädien und jetzt auch im Internet dokumentiert ist. Ernst Pöppel in Aus Politik und Zeitgeschichte

Das Leib-Seele bzw. Körper-Geist-Problem ist ein solches Scheinproblem. Nach Pöppel würde kein normaler Mensch annehmen, sein Körper und sein Geist seien voneinander unabhängige Entitäten. In der abendländischen Philosophie – soweit mir bekannt nur dort – hatte Descartes das Problem als erstes beschrieben. Es scheint also vorher niemand so richtig für ein Problem gehalten zu haben.

Auch der Neuro-Philosoph Thomas Metzinger scheint einem Scheinproblem auf der Spur. In der Rezension zu einem seiner Bücher heißt es:

Es gibt keine Seele und kein Ich, es gibt nicht einmal ein Selbst. Es gibt aber großflächige Neuronenaktivitäten im Hirn, die uns den soliden Eindruck verschaffen: Hier bin ich, dort ist die Welt; Ereignis XY passiert mir; exakt ich bin es, der träumt, denkt, fühlt. Wir stecken also, ohne es zu merken, im "Ego-Tunnel", in dem eine Light-Version der Wirklichkeit repräsentiert wird.

Es gibt wohl nur wenige Menschen, die glauben, die Seele habe eine materielle Entsprechung, sei ein Organ im Körper. Die Erkenntnis, dass vieles im Gehirn nicht in bestimmten Hirnteilen, sondern über neuronale Muster geschieht, mag sich noch nicht herum gesprochen haben, macht aber faktisch keinen Unterschied. Ob ich mir einbilde, ein Ich zu haben oder ob ich tatsächlich ein Ich habe, faktisch ändert das nichts. Ob die Seele nun ein Organ ist oder "nur" ein neuronales Muster, spielt in der Realität gar keine Rolle. Es verletzt zwar die Eitelkeit von Neuro-Forschern, wenn sie das hören, aber das Ergebnis ist schließlich das Gleiche.

Die Experimente, auf die sich die Hirnforscher berufen, beziehen sich meistens auf recht einfache Sachverhalte. Greife ich nach dem Stift oder nehme ich die Banane? Nehme ich den roten oder den blauen Füller? Wenn wir alle tagtäglichen Entscheidungen bewustt treffen bzw. bewusst entscheiden müssten, würden wir gar nicht mehr dazu kommen, zu handeln. Schon die Entscheidung gestreife vs. gepunktete Socke könnte uns stundenlang beschäftigen, so dass es gar nicht sinnvoll wäre, wenn uns die Motive dafür bekannt wären, warum wir das eine instinktiv vorziehen, ohne darüber nachzudenken. Oder wenn wir vor einer Weggabelung stehen, könnten wir uns niemals entscheiden, welchen Weg wir nehmen sollten, weil beidermaßen gut oder schlecht sind. Es ist fast immer besser, eine schnelle – vielleicht falsche – Entscheidung zu treffen als gar keine. Das klassische Beispiel dafür ist die Kampf- oder Flucht-Reaktion. In Bruchteilen von Sekunden müssen wir entscheiden, ob wir fliehen oder kämpfen wollen, denn wenn wir keine Entscheidung treffen, sind wir tot. Diese Entscheidung wird von einer älteren Hrininstanz getroffen, dem Reptilienhirn. Unser Körper schüttet Adrenalin aus und stellt uns die Energie bereit, die wir benötigen, egal, welche Entscheidung wir treffen. Müssten wir diesen Prozess bewusst steuern, hätten wir vermutlich den Evolutionsprozess nicht überlebt.

Die Essenz des Ganzen würde ich so zusammenfassen: Die Sprache ist einerseits ungeeignet, um Probleme hinlänglich genau formulieren zu können, so dass eine anständige Debatte über sie möglich ist. Andererseits verleitet sie auch dazu, Probleme zu konstruieren, die in Wirklichkeit nicht relevant sind.

Bleibt die Frage, warum recht intelligente Leute wie Wolf Singer und Gerhard Roth so vehement an ihrer Darstellung festhalten. Roth ist nebenbei gesagt auch studierter Philosoph und sollte sich mit den Problemen der Epistimologie auskennen. Vermutlich stecken gar keine rationalen Gründe dahinter, fürihre Forschung spielt das Körper-Geist-Problem keine Rolle.

Weiterlesen

  • Die chinesische Schrift formt ein überlegenes Denken – sehr interessantes Interview auf dem Eurasischen Magazin
  • Detlef Linke. Die Freiheit und das Gehirn. Rowohlt 2006

Die drei Fragezeichen und das Urheberrecht

Ein weiterer geheimnisvoller Fall für Justus, Peter und Bob? Leider nein, am fall der Drei Fragezeichen kann man sehen, welch Kuriosa das Copyright hervorbringt.

Die Serie wurde vor gut 40 Jahren von dem Schriftsteller Robert Arthur in den USA entwickelt, war dort allerdings nicht so erfolgreich wie in Deutschland. Hier sind wohl Millionen von Menschen im Alter von 20 – 40 Jahren mit den Hörspielen der Drei Detektive ins Bett gegangen. Deshalb wurde die Serie, als sie in den USA nicht mehr fortgeführt wurde, in Deutschland weiter geführt.Ich erinnere mich noch, wie ich mich gefreut habe, als ich Ende der 90er Jahre in einem Woolworth die Hörspielkassetten durchsah und plötzlich auf das bekannte Cover stieß, das erkennt man auch nach zehn Jahren problemlos wieder. Ich habe mir natürlich gleich alle vorhandenen Cassetten geschnappt und bin dann regelmäßig dorthin gepilgert, um zu gucken, ob es neue Cassetten oder CDs gab.

Dabei hat die Serie ein Redesign erfahren, die Jungs wurden flotter, bekamen einen gewöhnungsbedürftigen Soundtrack – aus Urheberrechtsgründen wurden sogar die alten Hörspielfolgen mit der neuen Musik ausgestattet. Angeblich waren die Tantiemen-Forderungen des Produzenten der ersten Hörspielmusik zu hoch. Kurioserweise wurden auch die ersten Folgen der Serie – der Super-Papagei und so weiter – mit neuer Musik ausgestattet, was sehr anachronistisch wirkt. Die typische 70er Jahre Kinderserie wie die Story mit dem Rubin oder dem Zirkus passt mit dem Kraftwerk-Verschnitt mit Roboter-Attitüden einfach nicht zusammen, wer das wohl verhunzt hat?

Und dann wurden die Drei umbenannt nach ihren amerikanischen Originalen, bis dahin hat wohl kaum jemand geahnt, dass Justus Jonas in den englischen Originalen Jupiter Jones und Peter Shaw eigentlich Peter Cranshaw heißt. Die drei Fragezeichen hießen dann die Dr3i, sieht ein wenig kryptisch aus, oder? Ursache war ein Rechtsstreit zwischen den Verlag und Hörspielproduzenten. Die Drei Fragezeichen wurden zu die Dr3i.
Und auch die Musik wurde wiederum geändert. Das war das einzig Gute an den neuen Folgen. Die Musik ist mittlerweile sehr passend, auch wenn die Fans wohl immer an der alten Musik hängen werden. Aber die wäre heute wohl ebenso anachronistisch wie der Technoverschnitt in den 70ern.

Die neuen Folgen sind alles in allem eigentlich nicht schlecht, aber für Kinder eher ungeeignet. Da sind doch einige sehr psychisch aufgeladene Fälle dabei. An die Umbenennung gewöhnt man sich aber recht schnell. Inzwischen scheint auch der letzte Rechtsstreit geklärt zu sein. Meine Damen und Herren, das hätten Sie auch einfacher, billiger und schneller haben können.

Inzwischen dürfte es mehr in Deutschland produzierte Folgen der drei Fragezeichen geben als amerikanische Folgen. Und das nicht wegen, sonderntrotz überkomplizierter Urheber- und Markenrechte. Vor allem die Hörspiele scheinen sich sehr gut zu verkaufen. Und die Drei Sprecher treten aus den Schatten der drei Detektive und kommen zu einem Ruhm, den sie wohl als Kiddies nie erwartet hätte.

Ähnliche Streitigkeiten haben schon zuvor die Einführung neuer Techniken verhindert. Die DVD hätte schon viele Jahre zuvor erscheinen können, doch die Filmindustrie bestand auf die Einführung eines Kopierschutzes. Das sogenannte CSS wurde aber sehr schnell geknackt, so wie alle Schutzmaßnahmen, die man sich nachgehend für teures Geld ausdachte.

Der Scheintod der Minidisc und der Tod des DAT-Rekorders ist von den Herstellerfirmen und den Contentindustrien selbst zu verantworten. Sony stattet seine MD-Player bis heute mit dem Serial Copy Management System aus, welches es verhindert, daß man von einer analog oder digital aufgenommenen Disc eine digitale Kopie anfertigt. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen, Sony verhindert, daß man von seinen eigenen Aufnahmen digitale Kopien anfertigt. Heute gibt es Minidisc-Player mit USB, es ist aber nicht möglich, Daten vom Player auf den Computer zu bekommen. MP3 vom PC muss zunächst verlustbehaftet in Sonys eigenes ATTRAC-Format konvertiert werden. Und das alles, weil Sony in der Musikindustrie aktiv ist.

Diese Fälle zeigen, dass sich die Macher selbst die Einnahmequellen abschneiden. Es gibt Zehntausende von Menschen, die für die Serien ihrer Kinderzeit wie Matlock, Remington Steele und so weiter viel Geld ausgeben würden. Aber ihnen wird die Möglichkeit gar nicht gegeben, weil irgendwer an irgendwas die Recht hat oder nicht hat. Am Ende – und das ist wirklich dumm – verdient niemand Geld damit, obwohl die Serien ja schon fix und fertig da liegen und nur noch gemolken werden müssten.

Sieht schön blöd aus – der Columbo-Effekt

Der Columbo-Effekt ist eine relativ simple, aber effektive Strategie. Der altbekannte Detektiv Columbo stellte durch seine Ungepflegtheit, den zerschlissenen Mantel und seine Schrottkarre den Contrapunkt zum aalglatten Superagenten James Bond dar. Durch Zerstreutheit, seltsame Anekdoten und scheinbar belanglose Fragen erweckte er bei den Befragten einerseits den Eindruck von Grenzdebilität, quetschte sie andererseits gnadenlos aus. Er nutzte den Fakt aus, dass Menschen immer dem äußeren Anschein trauen und auf ihren ersten Eindruck vertrauen.

Dabei sagt die Schale nichts über die Qualität des Inhalts aus. Wer am Empfang eines Unternehmens sitzt, trägt oft einen Anzug oder ein Kostüm, ist aber in der Firmenhierachie relativ weit unten. Die anderen Abteilungen mögen in Jeans und T-Shirt herum laufen, sind aber meist besserverdienend und werden wohl höher aufsteigen.

Die Columbo-Strategie besteht also darin, den Gegner in Sicherheit zu wiegen. Durch scheinbar achtlos ausgestreute Bemerkungen bröckelt diese Sicherheit oft, so dass der Täter einen Fehler macht. Columbos Sherlock-Holmes-mäßige Beobachtungsgabe und Intelligenz lässt ihn dann den Täter überführen.

Fake – die Kunst der Fälschung

Es wäre lohnenswert, ein Buch über berühmte Fälschungen zu schreiben. Die Geschichte wimmelt von Betrügern. Während aber der Kleingangster sich aber damit begnügt, alte Damen und arglosen Zeitgenossen um ihr Erspartes zu erleichtern, besitzen große Fälscher eine gewisse Genialität, die neben Verachtung ob ihrer negativen Taten auch ein gewisses Maß an Bewunderung hervorruft.Das Motiv ist schließlich zumeist genau dasselbe wie bei Kleingangstern, nur das sie wesentlich mehr Intellekt und Energie aufwenden, freilich um noch bessere Ergenisse zu erlangen.

Der berühmteste deutsche Fälscher war Konrad Kujau, der Fälscher der Hitler-Tagebücher. Kujau führte damit den größten Presseskandal der Bundesrepublik Deutschland herbei, von dem sich der Stern – der die Tagebücher veröffentlichte – niemals erholt hat.

Noch größere Ausmaße hatte ein Betrug, der fast 100 Jahre alt ist: der Piltdown-Mensch. Er wurde 1912 im Süden Englands entdeckt und galt als das „missing link“, als die berühmte Verbindung zwischen Affen und Menschen. Der Betrug wurde erst 1953 entdeckt, wer genau der Fälscher war und welches Ziel er hatte, bleibt bis heute unklar. So ziemlich jeder der Beteiligten steht unter Verdacht, sogar der Autor von „Sherlock Holmes“ Arthur Conan Doyle, hätte laut Wikipedia ein Motiv gehabt. Ein Grund dafür, dass der Betrug überhaupt funktionieren konnte war der Umstand, dass die Engländer daran glauben wollten. Schließlich hatte der Erzfeind Frankreich gleich fünf Skelette gefunden, im südfranzösischen Cro-Magnon. Der Cro-Magnon-Mensch gilt seitdem als eine Grundkonstante menschlicher Evolution.

Das ist lange her, mag man meinen, doch vor rund zwanzig Jahren ereignete sich ein Betrug, der die moderne Technik kaum gut da stehen lässt: Das Getty-Museum kaufte eine – angeblich antike – Statue griechischer Herkunft. Die Statue war künstlich auf alt gemacht. Stutzig wurden einige der Experten, weil die Statue zu sauber war. Das Getty-Museum hingegen muss sich die Schmach gefallen lassen, hier nicht genau genug hingesehen zu haben, weil man einen schnellen Gewinn machen wollte.

Literatur: Der Skandal um die griechische Statue wurde sehr schön von Malcolm Gladwell in „Blink!“ beschrieben, erschienen bei Piper-Verlag 2008.
Die Geschichte um den Piltdown-Menschen und eine ganze Reihe anderer Betrügereien beschreibt Ferderico DiTrocchio. Der große Schwindel – Betrug und Fälschung in der Wissenschaft. Campus-Verlag 1994

Don – Die Ästhetisierung des Kriminellen

Früher glaubte man – und viele tun das auch heute – dass Kriminelle ein besonders negatives Aussehen haben. Unbewusst steht vieeleicht der Gedanke dahinter, dass negative Emotionen und Absichten nicht ohne Effekt auf die eigene Ausstrahlung bleiben können.

Der Verbrecher ohne Ehre wurde verdrängt durch die Verbrecherehre. Mario Puzo hat mit seinen Mafiabüchern die Ehre der Mafia salonfähig gemacht. Die Verfilmung durch Francis Ford Coppola in der episch angelegten „Paten“-Trilogie hat eine spezifische Mafiaästhetik geschaffen, die wie gemunkelt wird, selbst von der Mafia übernommen wurde. Besonders die italienische Mafia und ihre Nachahmer haben sich hier einiges abgeguckt.

Ähnliches gilt für die japanische Mafia – die Yakuza – die angeblich Tugenden der Samurai übernommen haben. Glaubt man Ian Buruma, gehören japanische Gangster zu den größten Fans japanischer Gangsterfilme.

Weniger gerne wird konstatiert, dass organisierte Kriminalität auch Tugenden des Kaptialismus übernommen hat. Dazu gehört Fleiß, Selbstdisziplin, die Erkennung ungenutzter Potentiale und Geschäftschance, der Aufbau effizienter Organisationen, die Buchhaltung, die Hierarchie im Personal und vieles mehr. Was ein echter Krimiboss sein will, muss ebenso hart arbeiten wie ein gestandener CEO oder Manager, wenn er erfolgreich sein will. Und auch hier gilt, Konkurrenz belebt das Geschäft.

Natürlich geht man – zumindest im Westen – nicht mit Schußwaffen gegen unliebsame Konkurrenten vor. Man darf die Ähnlichkeiten auch nicht übertreiben.

Der Verdacht liegt nahe, dass vieles, was heute im Fernsehen als historisch verkauft werden, so nie Wirklichkeit gewesen ist. Die ritterliche Tugend war zu ihrer Zeit schon mehr Wunschdenken als Realität, Cowboys im Western scheinen nur selten mit echten Kühen beschäftigt zu sein, „Wallstreet“ von Oliver Stone hat vielleicht nicht die Bänkermentalität geschaffen, aber die jüngere Generation von Bänkern und Managern mitgeprägt.

Warum Organisationen ewig leben

Menschen werden geboren, Menschen sterben. Organisationen scheinen von diesem Zyklus ausgeschlossen zu sein. Organisationen leben heute, auch wenn ihre Existenz sich überlebt hat, von Anfang an überflüssig war, sie sich selbst überflüssig gemacht oder wenn sie ihre Aufgaben auch nicht erfüllen kann. Woran liegt das?

Entwicklungshilfeorganisationen sind ideale Beispiele dafür. Die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit ist ein elitärer Club, über die die Bundesregierung große Wirtschaftsprojekte ankurbeln oder ihre überflüssig gewordenen Leute parken kann. Entwicklungshilfe wird hier betrieben  – Entwicklungshilfe für Deutschland.


TransFair ist ein anderer Verein, der sich der Entwicklung verschrieben hat. Wer denkt, dass hier freiwillig und uneigennützig Leistungen vollbracht werden, ist vollkommen auf dem falschen Dampfer. Transfair e. V. beschäftigt 18 Festangestellte. Man kann beruhigt davon ausgehen, dass jeder dieser Leute mehr verdient als 100 Kaffeebauern, die sie unterstützen wollen.

Der Faire Handel dient vor allem der Prestige-Aufwertung bestimmter Geschäfte, etwa einem Discounter, der anderswo zweifelhafte Prozesse vollführt. FairTrade ist ein Wohlfühlprogramm für betuchte Mittelschichtler, die sich ihrer Ausbeutung anderer schämen.

Dass TransFair und Lidl miteinander Geschäfte machen, hat nur jene überrascht, die glaubten, FairTrade wäre dazu da, faire Lebensbedingungen durchzusetzen.

Bestehen diese Organisationen aus eine Gruppe zynischer Verschwörer? Normalerweise nicht. Wie in jeder Organisation gibt es diese Zyniker natürlich. Je länger man in einer Organisation ist, desto stärker glaubt man an deren Mission. Der Zweck einer Organisation müsste es sein, sich selbst überflüssig zu machen. Das geht natürlich nicht. Im Gegenteil: Organisationen streben nach Macht und mehr Macht. So wie die drei Organe des Staates Judikative, Exekutive und Legislative.

Doch während sich die drei Staatsorgane gegenseitig kontrollieren, wuchern Organisationen vor sich hin. Wenn sie eine kritische Größe und ein bestimmtes Alter überschritten haben, halten sie sich für unverzichtbar.

Aber tatsächlich würde es gar nicht auffallen, wenn FairTrade von heute auf morgen verschwinden würde. Zwei leere Regalmeter, ein paar Alibi-Euro weniger und vielleicht wären sogar die Kaffee-Bauern besser dran.

Denn sie müssten sich nicht für ein paar Cent mehr abrackern, ohne über das Lebensminimum herauszukommen. FairTrade bindet den Bauern an das Land, es hält ihn davon ab, ein eventuell besseres Leben in der Stadt zu suchen.

Fairtrade ist vor allem ein Gewinn für einige wenige Westler und für einige tausend Leute, die sich ein gutes Gewissen kaufen möchten, eine Art moderner Ablaßhandel.

Literatur

Jean-Pierre Boris. (Un)fair Trade. Das profitable Geschäft mit unserem schlechten Gewissen. Goldmann 2006

William Easterly. wir retten die Welt zu Tode.

Richtet die Umweltbewegung mehr Schaden als Nutzen an?

Eine polemische, aber notwendige Frage. Die Umweltbewegung hat nie kritisch reflektiert, welchen Schaden ihre Glaubenssätze angerichtet haben.

  • Das Biosiegel für angeblich biologisch angebaute Lebensmittel verhindert heute, dass die allgemeinen Standards für Lebensmittel erhöht werden.
  • Der faire Handel verhindert, dass globale Regeln für minimale Arbeitsstandards gesetzt werden, ob in der Produktion von Kaffee, Baumwolle oder Fußbällen.
  • Die Offshore-Windparks können, wie auch stationäre Windanlagen, den Vogelbestand gefährden, weil keine Maßnahmen getroffen werden, um das Hinein-Fliegen von Vögeln zu verhindern. Schlimmer ist noch, dass die Windanlagen unter Wasser gewaltigen Lärm erzeugen – Wasser leitet Schall besser als Luft – und damit auch der Fisch-Population schaden.
  • Die Ökos fahren gerne mit Pflanzensprit, der wiederum droht, den Anbau von Lebensmitteln zu verdrängen.
  • Das System der deutschen Mülltrennung ist albern, ineffizient und richtet vermutlich mehr Schaden an als Müllkippen. Schon seit langem wäre es sinnvoller gewesen, nur Bio- und sonstige Abfälle voneinander zu trennen und den Rest maschinell sortieren zu lassen. Die Müllwagen verstopfen die Straßen, die Müllsortierung findet ohnehin eher schlampig statt, doch selbst, wer das System ernst nimmt, fährt mit dem Auto zum Glascontainer, um seinen Glasabfall loszuwerden.
  • Der möglicherweise größte Schaden, den die Ökos angerichtet haben, hängt mit dem Klimawandel zusammen: Der Glaube, das Treibhausgas CO2 sei allein für den Klimawandel verantwortlich, lässt wichtige andere Gase wie das ungleich schlimmere Methan, welches in der Landwirtschaft entsteht, außer Acht.

Die Umweltbewegung mag das alles nicht mit Absicht angerichtet haben, aber sie drückt dem ihre Legitimation auf. Sie hat ihre Fehldeutungen, Missverständnisse und Dummheiten nie einer kritischen Reflexion unterzogen. Wer aber nicht aus seinen Fehlern lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen. Die traurige Ironie besteht darin, dass sie dem Tier-, Umwelt- und Naturschutz einen Bärendienst erwiesen hat.

Evolution erklärt – natürliche Selektion und zufällige Mutation

Die Evolution basiert auf zwei grundlegenden ineinander greifenden Mechanismen: Der Mutation und der Auslese.
Der Begriff „natürliche Auslese“ ist heute kaum noch anwendbar, denn die Auslese wird heute fast immer vom Menschen beeinflusst. Auslese bedeutet im Sinne der Evolution, dass jene Lebewesen überleben und sich fortpflanzen, die am besten an die herrschenden Gegebenheiten angepasst sind. Das heißt, dass sie genügend Nahrung finden und sich fortpflanzen können müssen.

Die Auslese findet natürlich nicht nur durch die Umwelt statt, die sexuelle Auslese spielt natürlich auch eine Rolle. Beim Menschen ist das offensichtlich. Aber auch Tiere kämpfen um Sexualpartner. Entscheidend sind hier oft Kraftoder Vitalität, die sich in unterschiedlichen Faktoren ausdrückt. Es gibt zum Beispiel Hinweise darauf, dass Vögel lauter singen müssen, um den Straßenlärm zu übertönen. Vögel, die lauter singen haben bessere Chancen, Sexualpartner zu finden und sich fortzupflanzen. Damit kultivieren sie über ihren Genpool die Fähigkeit des lauten Singens.

Die Mutation bezieht sich auf die genetische Ebene. Gene werden bekanntermaßen kopiert, beim Kopieren entstehen aber immer wieder Fehler, die dazu führen, dass sich neue Eigenschaften herausbilden können. Bei der Fortpflanzung werden zudem die Gene zweier verschiedener Lebewesen zusammengeführt. Die Nachkommen können somit Eigenschaften beider Elternteile haben. Wesen, die nicht an die Gegebenheiten angepasst sind haben schlechtere Chancen, sich fortzupflanzen und gehen so im Genpool unter.
Äußerer Streß kann dazu führen, dass sich die Zahl der Mutationenen erhöht. Auch Radioaktivität erhöht die Zahl der Mutationen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass vor der Gentechnik versucht wurde, neue Eigenschaften bei Saatgut durch radioaktive Bestrahlung hervorzubringen.

Die Evolution verläuft häufig sprunghaft und eben nicht als allmähliche Entwicklung. Es gibt ein Bild, dass die Entwicklung des Menschen darstellt. Das Wesen richtet sich allmählich auf, wobei sich sein Körperbau verändert. Die Veränderung des Körperbaus mag richtig dargestellt sein, falsch ist aber das allmäliche Aufrichten. Es gab Wesen, die sich zumindest zeitweise aufrichten konnten und damit in der Steppe einen Vorteil gegenüber Artgenossen hatten, die das nicht konnten. Wer auf zwei Beinen stehen kann, hat die Hände frei, um mit ihnen was immer zu tun. Die Aufrichter haben sich in einer Gegend, wo ihnen das von Vorteil war durchgesetzt, während die anderen im Wald blieben oder ausgestorben sind.

Die Epigenetik verweist zudem darauf, dass sich bestimmte Eigenschaften doch vererben lassen.
Am Ende entscheiden die äußeren Umstände, ob natürlich oder menschgemacht, ob ein Lebewesen überleben und sich fortpflanzen, also seine Gene weitergeben kann oder nicht. Es gibt einige Nischen wie abgelegene Inseln, wo sich die Vettern von den Festland-Arten stark unterscheiden.
Auch der Zeitfaktor wird oft unterschätzt. Tiere haben eine teils extrem hohe Rate an Vervielfältigung, so dass sich neue Fähigkeiten in wenigen Jahrzehnten herausbilden können. Beim Menschen dauert es natürlich etwas länger.
Es wäre also absurd, vom „Surrrvival of the Fittest zu reden, was Darwin selbst nie, sondern der Sozialevolutionist Herbert Spencer und seine Nachfolger getan haben.
Denn es gibt per se keine guten oder schlechten Gene, sondern nur Umgebungen, für die man geeignet ist oder nicht.
Würde der Meeresspiegel von heute auf morgen um 1000 Meter steigen, würde kein Mensch auf der Erde das überleben. Stattdessen würden Fische und Quallen es sich in unseren ehemaligen Behausungen gemütlich machen. Haben Fische deswegen bessere Gene?
Um das Ganze knackig in einem Satz zusammenzufassen: Die Mutation entscheidet darüber, ob ein Tier überlebt, und wenn es überlebt und sich fortpllanzt, sorgt es für weitere genetische Mutationen.
Ein weit verbreiteter Irrtum besteht in der Annahme, die Evolution führe zu einer ständigen Verbesserung. Besser oder schlechter gibt es nur in Relation zu einer Umwelt, die stetigen Veränderungen unterworfen ist. Die Klimawaveränderung führt derzeit dazu, dass der Eisbär Probleme hat, ausreichend Nahrung zu finden. Sollten ehemals polare Gebiete „grün“ werden, würde dies andere Raubtiere – etwa den Braunbären – begünstigen und der Eisbär würde sang- und klanglos verschwinden. Wenn andererseits ein polarer Winter ausbrechen würde, könnte der Eisbär sich über jene Gebiete ausbreiten, die für ihn vom Nahrungsangebot und den Temperaturen geeignet sind, während der Braunbär wohl verhungern oder erfrieren würde.
Ebenfalls mißverständlich ist die Rede vom „Survival of the fittest“. Tiere und Pflanzen, die nicht angepasst sind, sterben aus. Aber auch schlecht angepasste Tiere können durchaus überleben. Wenn tatsächlich nur der Stärkste überleben würde, müsste die Erde von Dinosauriern oder Raubtieren besiedelt sein, denn der Vorfahre des Menschen war vergleichsweise schwach.
Es gibt also absolut gesehen keine Vorteile, sondern nur Vorteile in Relation zu einer bestimmten Umwelt. Ebenso kann ein Wesen nachteilige Eigenschaften kultivieren, solange sich diese nicht negativ auf seine Überlebens- und Fortpflanzungsfähigkeit auswirken. Es gibt z.B. einige Vögel, die die Flugfähigkeit eingebüßt haben und denen das erst zum Verhängnis wurde, als ihre Umwelt sich schneller veränderte, als sie sich anpassen konnten. Was die Physiologie angeht ist der Mensch von heute in vielen Aspekten schlechter ausgestattet als vor einigen hundert Jahren. Kaum ein Mensch kommt heute ohne künstliche Sehhilfe aus, das Gehör verkümmert, der Geruchssin wird überreizt und die Körperkraft schwindet. Unsere Umwelt hat sich einfach so radikal geändert, dass diese Stärken, die ursprünglich von Vorteil waren heute keine so große Rolle mehr spielen. Es gibt zum Beispiel Hinweise darauf, dass antike Ruderer leistungsfähiger waren als die heutigen Wettkampf-Ruderer.
Der Mensch ist den Tieren in jeder Hinsicht unterlegen, was Seh-, Hör-, Riech- und Fühlfähigkeit angeht. Seine Überlegenheit kommt im wesentlichen aus seiner Fähigkeit zur Kooperation mit anderen Menschen und der Möglichkeit, die Schwächen seines Körpers durch die Stärke seines Verstandes zu kompensieren. Gleichzeitig ist er extrem vom Funktionieren dieser fragilen Struktur abhängig, die er geschaffen hat. Was passiert, wenn Datenfluss oder Strom für einige Tage ausfallen, kann sich kaum jemand ausmalen.

Der Geruch der Rassen

Eine nötige Einführung: Ich habe nichts gegen eine offene Diskussion, deswegen habe ich diesen Beitrag geschrieben. Es gibt Menschen, die einen sehr üblen Körpergeruch haben, weil sie krank sind. Das hat nichts mit Schweißdrüsen oder Hygiene zu tun. Auch diese Menschen haben ein Recht darauf, ordentlich behandelt zu werden. Es ist ein Fakt, dass Menschen aus unterschiedlichen Gegenden unterschiedliche Körpergerüche haben, das totzuschweigen nutzt wirklich niemandem. Ich habe deshalb nichts auch gegen kritische Beiträge, allerdings werde ich alles löschen, was nach Rassismus oder Diskriminierung riecht.

Der Körpergeruch hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab: Wie oft wäscht man sich, wovon ernährt man sich, welche verschiedenen Duftstoffe verwendet man, ist man gesund oder krank?

Jeder Mensch hat einen einzigartigen Körpergeruch, ähnlich wie einen Fingerabdruck. Menschen können diesen – zumindest nicht bewusst – wahrnehmen, Tiere wie Hunde z. B. benutzen offenbar den Körpergeruch, um einen Menschen wieder zu erkennen. Wenn du einem Hund begegnest, der dich kennt, aber längere Zeit nicht gesehen hat, wird er immer an dir schnüffeln wollen. Dass macht er aber nicht mehr, wenn er dich sehr oft trifft.

Der Körperschweiß enthält fast auschließlich Wasser, aber auch Proteine. Diese Proteine werden von Bakterien auf der Haut zersetzt, wodurch Schweißgeruch entsteht. Das Deodorant dient dazu, die Bakterien auf der Haut abzutöten. Rasiert man sich beispielsweise die Achselhöhlen, haben die Bakterien weniger Fläche und der Schweiß kann nicht hängen bleiben.

Die Intensität des Körpergeruchs hängt von der Zahl der apokrinen Schweißdrüsen ab. Ostasiaten wie Chinesen und Japaner haben sehr wenige, während Dunkelhäutige deutlich mehr haben als Europäer.

Dies liegt im übrigen auf der Hand, je dunkler die Haut, desto wichtiger die Kühlung über den Schweiß, denn der Hautton hängt schließlich von der Sonneneinstrahlung ab.

Und schließlich essen Inder und Afrikaner normalerweise deutlich schärfere und intensivere Lebensmittel. Chili regt den Schweißfluß an, Knoblauch hinterläßt eine deutliche Note.

Was man als angenehm oder unangenehm empfindet, ist anerzogen. Kinder würden mit ihrem eigenen Sekreten spielen, wenn die Eltern ihnen das nicht frühzeitig mit entsprechenden Gesten und Gesichtsausdrücken verbieten würden. Als es noch keine echten Toiletten gab, und Seife und saueres Wasser unbekannt waren, gehörten Fäkalien zum alltag der Menschen auch in Europa. Knigge stellte seine Regeln unter anderem auf, weil auch Menschen der feinen Gesellschaft ihr Geschäft an den unmöglichsten Orten erledigten. Wenn man in einer solchen Gesellschaft aufgewachsen ist, dürften die entsprechenden Gerüche nicht so unangenehm aufgefallen sein.

Leute, die in einer überwiegend vegetarisch lebenden Gesellschaft aufgewachsen sind behaupten, Weiße würden leicht säuerlich riechen – weil sie Fleisch essen. Ich habe das bisher nicht bestätigen können. Fleischesser werden allerdings sauer,wenn man solches andeutet.

Ich habe mal gelesen, dass die Tibeter sich in der kalten Zeit nicht waschen, weil sie kein warmes Wasser zur Verfügung haben. Sie tragen dann die Klamotten bis zum Ende des Winters und waschen sich dann, wenn es wieder wärmer wird. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Wenn es zutrifft ist der Geruch ungewaschener Körper zumindest in diesen Gesellschafsschichten akzeptiert, schließlich müffeln alle gleichermaßen.

Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass der natürliche Körpergeruch von vielen Menschen als erotisch anziehend empfunden wird. Napoleon soll seiner Frau geschrieben haben, sie solle sich nicht waschen, er käme in drei Tagen.

Die Mode, den eigenen Körpergeruch möglichst verschwinden zu lassen und mit künstlichen Düften zu arbeiten sowie die weite Verbreitung von Seife und die Ächtung echter Körpergerüche hat diese subtile Erotik unter sich begraben.

Eine Vermutung von mir ist, dass das auch dazu geführt hat, dass das Rauchen heute oft nicht mehr akzeptiert wird. Als noch fast jeder geraucht hat, war der Geruch von Rauch weithin akzeptiert. Es ist noch gar nicht so lange her, dass in den Büros und überall sonst geraucht wurde. Der nicht-rauchende Kollege wurdde einfach mitgeräuchert. Das akzeptiert heute kaum noch jemand. Und Rauchen hat sicher nichts mit Hygiene zu tun.

Was ich damit sagen will: Gerüche sind fast immer gesellschaftlichen Konventionen und Veränderungen unterworfen. Sich über den Geruch eines Menschen zu echaufieren ist deshalb nicht sinnvoll.

Weiterführendes

Der Adonis-Komplex
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Ein kleines Update

Die Körperbehaarung häuft sich auch dort, wo die Haut aufeinander reibt, insbesondere in den Achseln und im Genitalbereich.

Was als angenehmer Körpergeruch empfunden wird, ist kulturell sehr unterschiedlich. Die Japaner, die so gut wie keine Schweißdrüsen unter den Achseln haben, mögen den entsprechenden Geruch nicht. Frei nach Darwin hat hier eine geruchsästhetische Selektion stattgefunden: Je weniger Schweißdrüsen ein Mensch hat, desto attraktiver war er. Dadurch haben sich Menschen mit wenigen Schweißdrüsen stets besser vermehren können als Menschen mit vielen Schweißdrüsen.

Vor allem in wärmeren Regionen der Welt schätzt man hingegen intensive Körpergerüche, die durch viele apokrine Schweißdrüsen und entsprechenden Außentemperaturen natürlich weiter begünstigt werden. Hier hat möglicherweise eine zu Japan umgekehrte Selektion stattgefunden.

Man sollte nicht vergessen, dass es bis vor 200 – 300 Jahren in Europa kaum üblich war, sich zu waschen: Nachzulesen etwa bei Patrick Süßkind. Parfüm und Puder waren das, was heute Wasser und Seife sind. Die Mischung aus persönlichem Geruch und Parfüm ist nicht wirklich angenehmer als der natürliche Körpergeruch. Napoleon soll seiner Frau einmal geschrieben haben „Wasche dich nicht, ich komme in drei Tagen“.

Wir sollten nicht vergessen, dass die Wahrnehmung von Körpergerüchen immer subjektiv ist. Ich fahre jeden Tag ungefähr eine Stunde in der vollen Straßenbahn. Was mir unangenehm auffällt sind schlecht gelüftete Räume, nciht schlecht riechende Menschen.