Archiv der Kategorie: Social Web

HTML oder Plain Text – die Zukunft der Mail

Immer wieder einmal keimt die Debatte auf, ob man Mails als HTML oder reinen Text versenden sollte. Die Diskussion ist eigentlich müßig, HTML-Mails bieten kaum Vorteile, dafür jede Menge Nachteile.
HTML-Mails sind mit oder ohne Bilder recht groß. Die Größe wird dabei von Gestaltungs-Elementen bestimmt, die wenn im Web verwendet an der Fähigkeit des Webdesigners zweifeln ließen: Inline-CSS, Layout-Tabellen, 0-Pixel-Graphiken und so weiter. Die Vielfalt der Mailprogramme und MailClients lässt nur eine begrenzte Bandbreite an Gestaltungselementen zu. Dazu kommt noch, dass die Mailfenster selbst unterschiedlich breit sein können. Das reicht von der Miniansicht auf Smartphones bis zur Maxidarstellung auf 24-Zoll-Displays. Ein festes Design sieht deshalb fast immer lächerlich aus: zu groß für das Smartphone, zu schmal für das große Display. Ein fluides Design sieht hingegen auf einem großen Display einfach alber aus, weil die Mail dann irgendwie zu kurz geraten aussieht.

Datenschutz

Viele Anbieter möchten über Newsletter Tracking betreiben. Das geht einerseits über speziell generierte Links in den Mails und über Bilder, die über das Web nachgeladen werden. Das könnte ein Verstoß gegen den Datenschutz sein, ich kann mich zumindest nicht daran erinnern, jemals danach gefragt worden zu sein, ob ich mit der Erhebung solcher Daten einverstanden bin. Es ist auch nicht naheliegend anzunehmen, der Empfang eines Newsletters könnte für solche Zwecke verwendet werden. Deswegen wird der Benutzer auch nicht gesondert auf solche Probleme achten. Für einen Tracking-Link ist es hingegen egal, ob er in HTML oder PlainText verwendet wird.

Mobilität

Wer seine Mails mobil abruft, wird sich über Mails freuen, die 100 Kilobyte groß sind, 200 x 150 Pixel große Bilder nachladen und wegen des Tabellen-Designs sowohl horizontal als auch vertikal gescrollt werden müssen. Bestimmt.

Sicherheitsrisiken

HTML-Mails stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Sie landen doch recht häufig im Spam (wo sie auch meistens gut aufgehoben sind). Viele Webmailer blockieren zunächst die Volldarstellung.
Dem Leser geht es um den Inhalt der Mails und nicht um bunte Logos, farbenfrohe Graphiken und flockige Bilder, weswegen er kein Interesse daran hat, sich die Volldarstellung anzusehen.

Wozu gibt es RSS und Webseiten?

Newsletter sind eine aussterbende Rarität wie Gästebücher. Viele Nutzer greifen heute auf RSS, Twitter oder Facebook zurück, um sich aktuelle Informationen zu beschaffen. Immerhin bietet das Inhaltsverzeichnis eines Newsletters – wenn es gut gemacht ist – einen schnellen Überblick über die Neuigkeiten. Das funktioniert aber nicht, wenn bunte Bilder, Disclaimer und weitere Informationen den Blick auf den Inhalt verstellen.
HTML sollte dem Web vorbehalten bleiben, wo es gut aufgehoben ist und seinen Zweck erfüllt. Es gab früher und gibt bis heute keinen Grund, seine Mitmenschen mit HTML-Mails zu belästigen. Und mal ehrlich, wann hast du das letzte Mal das tolle Design eines Newsletters bewundert?
Wirklich absurd sind Newsletter, die als PDF verschickt oder irgendwo heruntergeladen werden müssen. Die Anbieter haben wohl nicht wirklich verstanden, dass das Internet keine Litfassäule ist.
Auch wenn der Newsletter als Informationsmedium eine große Rolle spielt und ähnlich wie der RSS-Feed zumindest in absehbarer Zeit nicht aussterben wird, sollte man die Kraft des Mediums nicht überschätzen. Entscheidend ist, wie viele Leute man tatsächlich erreicht und nicht, wie viele Leute den Newsletter abonniert haben. Im Mailprogramm ist es leichter, die Löschen-Taste zu drücken als ein Abo abzubestellen. Die Anbieter werden es nicht gerne hören, aber die Zahl der echten Leser steht in keinem guten Verhältnis zur Zahl der Abonnenten. Auch das ist ein Grund, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und alle möglicherweise störenden Elemente zu entfernen.

Neue Begriffe braucht das Land

Wer in der Internet-Szene in sein will, sollte mit kryptischen Wortkombinationen und deren Abkürzungen um sich werfen. Es schadet nicht, ab und zu neue Wortungetüme zu basteln. Die müssen natürlich englisch sein, schließlich leben wir in Deutschland.
Hier habe ich eine kleine Hilfe gebastelt, das Wortkarussell. Nimm dir ein Wort der ersten Spalte, kombiniere es mit einem Wort der zweiten und dritten Spalte und schon haben wir einen neuen Begriff geschaffen.

Beängstigend genug, dass man aus vielen dieser Kunstbegriffe mit ein wenig Phantasie auch noch einen Sinn ziehen kann.

SocialMediaAnalyse
KeyPerformanceIndicators
SearchEngineMarketing
CloudComputingOptimization
User CenteredStrategy
Latent SemanticMonitoring

Apfel präsentiert neues Tablett

Apfel – der weltweit bekannte Hersteller von Fallobst präsentiert das neue Tablett iPlatt auf einer eigens dafür eingerufenen Pressekonferenz.

Der Apfel-Vorsitzende Stefan Arbeit sagte: „Apfel revolutioniert einmal mehr die Industrie der Speiselogistik!“. In der Tat ist das Tablett beeindruckend: 60 x 30 cm groß, flach wie ein Blatt Papier mit leicht erhöhtem Rand ist das Tablett optimal zum Transport von Speisen und Getränken geeignet. Das Tablett gibt es in weiß, braun oder schwarz. Als Logo dient ein dezent, die Oberfläche ausfüllender, angefaulter Apfel.

„Dieses Tablett“ sagte Arbeit, „ist mehr als ein Transporteur von Speisen, es ist die Erfüllung der Träume aller Kellner und Studentenbedienungen. Es steht für die Träume nach einem hohen Trinkgeld, nach schmerzfreien Beinen und dem Ende der Mitternachtsschicht. Für die Kunden steht es für den Glauben daran, dass das Essen doch noch irgendwann kommen wird, der Alkoholiker weiß, dass ihm dank des iPlatt niemals die Getränke ausgehen werden!“.

Speiseexperten und Restaurantkritiker gehen davon aus, dass Apfel einmal mehr eine Welle der Innovation durch das Speiselogistik-Gewerbe schwemmen wird. Apfels größter Konkurrent Mikrofon kündigte bereits an, dass man Arbeit „gewaltig in den Arsch treten“ werde. Der Vorstandsvorsitzende von Mikrofon Wilhelm Gehts sagte: „Der Tablettboom wird überschätzt, aber Mikrofon wird in Kürze was viel Besseres, Größeres, Tolleres und unheimlich Innovatives veröffentlichen. Vor allem aber wird es billyger sein!“.

Schneller schreiben als Denken – Stenographie für den Computer

Ob Zehn-Finger oder Ein-Finger-Suchsystem, das Tippen langer Texte ist ein langwieriger und undankbarer Job. Die Computerspracherkennung scheint auf einem guten Weg zu sein, es wird aber wohl seine Gründe haben, warum sie sich bisher nicht auf breiter Front durchgesetzt hat. Die wenigsten Leute können druckreif sprechen und an einer manchmal zeitaufwändigen Korrektur von Rechtschreibung und Grammatik kommt man nicht vorbei.

Wer sich also keinen Sekretär leisten kann und auf das viele Schreiben nicht verzichten mag, muss sich nach einer Alternative umsehen. Stenographie wäre eine Möglichkeit. Steno ist aber nur zum handschriftlichen Mitschreiben geeignet, mir ist keine Möglichkeit bekannt, Steno auf einer PC-Tastatur einzugeben. In diesem Fall hat man sogar Mehrarbeit, zunächst muss alles in Steno notiert werden, um es anschließend abzutippen. Ideal wäre es, wenn Steno direkt in den Computer eingegeben wird und sich in normalen Text umwandelt, wie das bei der Autokorrektur der Textverarbeitung passiert. Dabei werden häufig falsch geschriebene Worte korrigiert und einige Abkürzungen wie MFG ausgeschrieben.

Die Blindenschrift ist für diesen Fall ideal. Neben der normalen Brailleschrift – der Vollschrift – existiert eine Kurzform – die Kurzschrift. Die Kurzschrift besteht aus einzelnen Zeichen, die geläufige Zeichenketten wie „sch“, aber auch ganze Worte wie „sich“ in einem Zeichen zusammenfassen. Das Wort „schließlich“ zum Beispiel würde in Kurzschrift aus nur 5 Zeichen bestehen: sch, l, ie, ß, lich. Das System der deutschen Kurzschrift wird hier dargestellt.

Ein kleines Problem ist die Groß- und Kleinschreibung, sie wird in Braille nicht verwendet. Eine Lösung bestünde darin, ein auf der Standardtastatur vorhandenes Sonderzeichen wie die Raute vor groß geschriebene Worte oder Buchstaben voranzustellen. Der etwas aufwändigere Weg bestünde darin, sämtliche Kürzungen anzulegen, wobei Groß- und Kleinschreibung jeweils beachtet werden. Eine groß geschriebene Kürzung bleibt ausgeschrieben groß, eine klein geschriebene klein.

Fast alle Kürzungen in Braille bestehen aus ein oder zwei Buchstaben, einige aus einem Komma und einem Buchstaben. Da es im Deutschen kaum Wörter mit einem oder zwei Buchstaben gibt, lassen sich diese Zeichenketten ohne Verwechslungsgefahr einsetzen.

Der Vorteil von Braille gegenüber Steno besteht darin, dass hier fast nur Zeichen verwendet werden, die im normalen Alphabet vorkommen, im Gegensatz zu Steno, das einen eigenen Zeichensatz besitzt, der von der Tastatur nativ nicht unterstützt wird.

Der Vorteil einer Kurzschrift besteht darin, dass man praktisch in Denkgeschwindigkeit schreiben kann. Der durchschnittliche Tipper schafft mit Leerzeichen zwischen 120 und 240 Anschläge, wobei letzteres schon ein ordentliches Tempo wäre. Das dürften etwa 50 Silben sein. Ein Stenograph schafft bis zu 300 Silben pro Minute und mehr, was schneller als Sprechgeschwindigkeit ist.

Warum sollte man sich diesen Aufwand antun? Denn das alles ist mit Arbeit verbunden. Meines Wissens nach gibt es derzeit kein System auf dem Markt, wie ich es beschrieben habe. Das hat seinen Grund, man kommt nämlich nicht darum herum, ein mehr oder weniger komplexes System auswendig zu lernen. Damit das System funktioniert, müsste man bei meinem System einige Dutzend Kürzungen auswendig lernen. Andererseits muss man sagen, dass das Ganze interessante Möglichkeiten für Vielschreiber eröffnet. Sie können die Phase, in der sie intellektuell am leistungsfähigsten sind, effektiv ausnutzen, weil sie in Denkgeschwindigkeit schreiben könnten. Wessen intellektuelle Phase sich auf zwei bis drei Stunden beschränkt, ärgert sich über die Zeit, die er mit dem Aufschreiben oder Abtippen seiner Ideen verbringen muss. Ein Redemanuskript ließe sich auf einer Seite zusammenfassen, natürlich nur die wichtigsten Stichpunkte. Ein Zitat oder eine ganze Vorlesung ließen sich in Echtzeit mitschreiben, ob das alles im Einzelfall Sinn macht, ist eine andere Frage. Vor allem das Schreiben auf unbequemen Tastaturen wie bei PDAs oder Smartphones ließe sich abkürzen.

Ich bin übrigens darauf gekommen, als ich das Buch „Imperium“ von Robert Harris las, eine erzählerische Biographie des römischen Redners Cicero. Ciceros Sekretär Tiro erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Tiro hatte eine eigene Kurzschrift entwickelt, um die Gedanken seines Herren aufzuschreiben.

edit: Mit der klassischen Autokorrektur der Textverarbeitung würde das Kurzschriftsystem leider nicht funktionieren, stelle ich gerade fest. Die Autokorrektur funktioniert nur bei ganzen Wörtern. Wollen wir aber Teile von Wörtern abkürzen, müssten wir in mühseliger Kleinarbeit zumindest die geläufigsten 200 Wörter oder mehr schon einmal abspeichern. Um einigermaßen flüssig arbeiten zu können, müssten es wohl eher 1000 Wörter sein, womit wir noch nicht die Sonderformen abgedeckt haben. Schließlich und schließlich, ausschließlich, einschließlich, anschließend oder abschließend, alle denkbaren formen müssten gespeichert werden. Einem Programmierer würden hier die Augen tränen, denn für ähnliche Aufgaben sollte man nicht so viel Aufwand treiben. Ich werde mir wohl etwas anderes überlegen müssen.

Update: Für den Mac gibt es den Text Expander, der die oben genannten Aufgaben erfüllen kann. Man erstellt eine Datenbank mit Textbausteinen, die dann über Kürzel automatisch in den Text eingefügt werden. Der Clou ist, dass das Tool systemweit zur Verfügung steht, also auch für die Textverarbeitung oder fürs Internet. Im Golem-Forum werden vergleichbare Tools für Windows erwähnt. Ich habe noch keines der Systeme ausprobiert.

Jenseits von Amazon und EBay – alternative Verkaufsstellen im Netz

Lang, lang ist es her, dass Amazon und EBay ein Tummelplatz für Privatverkäufer und Schnäppchenjäger waren. Vor allem für Privatpersonen lohnt es sich oft nicht mehr, dort zu verkaufen. Amazons überhöhte Gebühren führen dazu, dass es unterhalb einer bestimmten Schwelle uninteressant ist, Artikel anzubieten. Leider liegen aber die meisten Bücher, DVDs und CDs unter dieser Schwelle von 10 Euro. EBay vergretzt seine Verkäufer, indem es für viele Artikel keine Versandgebühren mehr zulässt. So kommt es, dass man hier oft draufzahlt, wenn man Artikel günstig losschlagen möchte. ZVAB, wo antiquarische Bücher angeboten werden, ist doch teilweise recht überteuert und wimmelt von neuen Angeboten, wo man mit Versandkosten mehr bezahlt als im normalen Buchhandel. Regalfrei.de wäre eine interessante Alternative für Leute, die einen ganzen Schwung Bücher auf einmal losschlagen wollen. Leider machen sie nur recht niedrige Angebote auch für gute Bücher, was das Angebot eher unattraktiv macht.

Interessante Alternativen sind etwa Hood und Booklooker. Hood ist ein klassisches Auktionshaus a la E-Bay, allerdings mit besseren Konditionen. Leider ist es derzeit nicht gerade stark frequentiert, was sich hoffentlich bald ändert. Booklooker entspricht eher Amazon Marketplace, hier werden Bücher, CDs, DVDs und Spiele zum Festpreis + Versandkosten angeboten. Das Einstellen von Artikeln ist in beiden Fällen kostenlos. Hood läßt sich für Extraleistungen bezahlen, Booklooker nimmt eine Verkaufsprovision.
Ebenfalls interessant ist tauschticket.de, ein Angebot zum Tauschen von Artikeln. Hier wird nicht mit Geld bezahlt, sondern mit sogenannten Tickets. Man bietet einen Artikel an, der an den Interessenten versendet wird. Dafür erhält man ein Tauschticket, mit dem man selbst Produkte „erwerben“ kann. Geld fließt nicht, die Nutzung der Plattform ist inzwischen wohl nicht mehr kostenlos, den Versand der Produkte bezahlt der Versender.
Nebenbei bemerkt sind die meisten dieser Plattformen weit besser benutzbar als etwa EBay, was die Barrierefreiheit angeht.
Für Leute, die viele Bücher auf einmal verkaufen und nicht ewig auf Käufer warten möchten, bietet sich www.blidad.de an. Natürlich kriegt man hier weit weniger, als man bekommen würde, wenn man die Bücher einzeln verkauft. Das liegt einfach daran, dass sie die Bücher mit Gewinn weiter verkaufen müssen, um einen Gewinn zu machen. Blidad ist der Käufer der Bücher, es gibt eine Versandpauschale von maximal 7 Euro. Die Bücher sollen in einem guten Zustand sein, viele ältere Bücher werden allerdings nicht genommen. Eine Alternative ist ReBuy, ein Ableger von Trade-A-Game. Sie kaufen neben Büchern auch Computerspiele, Musik und DVDs. Sowohl Blidad als auch ReBuy scheinen besser zu bezahlen als der Libri-Ableger Regalfrei.

Dennoch kann ich von ReBuy und Blidad nur abraten, meine Erfahrungen mit den beiden Unternehmen sind schlecht. Die Mehrzahl der Bücher wird abgelehnt, so dass man die Wahl zwischen teurer Rücksendung oder Vernichtung hat. Am Ende zahlt man also doch drauf.

Wer seine Bücher nur loswerden möchte, ohne sie zu verschenken oder einen Gewinn damit zu machen kann natürlich immer noch auf eBay zurückgreifen.Genausogut kann man die Bücher aber auch bei einem Umsonst-Laden oder Oxfam-Laden vorbeibringen. Die verkaufen die Bücher weiter und finanzieren damit ihre Entwicklungsprojekte.

Über Netzwerke und Peer-Groups

Die klassische Soziologie beschäftigt sich vor allem mit einzelnen Individuen und deren Stellung und Verhältnis zur Gesellschaft. Eine in den USA populäre Strömung der Soziologie sieht allerdings die Peer Group im Vordergrund, das heißt die Bezugsgruppe. Damit ist im weitesten Sinne gemeint, der Mensch definiert sich dadurch, dass er seine Zeit mit bestimmten Personen verbringt: Familie, Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte. Statt als Bezugsgruppe lässt sich das Ganze auch als persönliches Netzwerk bezeichnen. Durch das Web ist eine weitere Dimension zur Peer Group hinzugekommen: in den sozialen Netzwerken spricht man mit Menschen, die man in der Regel niemals persönlich trifft, mit denen man aber oft ein engeres Verhältnis haben kann als zu Arbeitskollegen oder Nachbarn. Der Begriff des Networking hat sich bereits in beiden Dimensionen – on- wie offline – etabliert als Aufbau sozialer Beziehungen.
Nach dem Motto „Sag mir, mit wem du deine Zeit verbringst und ich sage dir, wer du bist“, lassen die Leute, die unsere Peer Group bilden mehr über uns aussagen als wenn man uns alleine betrachtet.
Amerikanische Forscher haben einen Algorithmus gebastelt, mit dem sie über Facebook-Kontakte die sexuelle Neigung von Männern herausgefunden haben wollen. Was nach einem Party-Gag klingt, kann natürlich handfeste Folgen haben: Bei einem einzelnen Mann lässt sich nicht ersehen, dass er homosexuell ist, doch wenn man sich seine Bekannten anguckt, soll alles klar sein.
Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass sich aus den Informationen in sozialen Netzwerken noch sehr viel mehr folgern lässt, was zwar keine gute Nachricht für Leute ist, die Wert auf Datenschutz und Privatsphäre legen, allerdings beweist, dass der Peer Group-Ansatz ein guter Analyse-Ansatz ist.
Die Netzwerk-Effekte schlagen etwa voll durch, wo es um Parteienpräferenz, um Kleidermode oder bestimmte Gerätschaften geht. Das Empfehlen bestimmter Marken innerhalb der Peer Group genießt mehr Vertrauen als jede Werbung. Es geht dabei natürlich um eine wechselseitige Beeinflussung: Einerseits finden sich natürlich immer Leute zusammen, die politisch ähnlich denken. Andererseits beeinflusst man sich natürlich gegenseitig, subtil über Vorlieben bei Geschmacksfragen, aktiv über politische und gesellschaftsbezogene Diskussionen. Ein rhetorisch gewandter Nicht-Wähler wird auch viele seiner Bekannten zu Nicht-Wählern machen, vor allem, wenn sie bereits eine Präferenz für diese Einstellung haben. Wenn Person A sich einen Toyota kauft und von dieser Marke total überzeugt ist, wird er seinen Bekannten B gut von dieser Marke überzeugen können.
Im Grunde genommen ist der Mensch ein Herdentier, das sich weigert, diesen Fakt einzusehen. Deswegen bleibt zu hoffen, dass an die stelle der klassischen Soziologie, die eher den Einzelnen unter die Lupe nimmt eine auf Gruppen angelegte Soziologie sich durchsetzen wird.

Link – die Kunst der richtigen Verbindung

Auch Links wollen richtig gesetzt werden. Es ist zwar nett, am Ende eines elektroischen Textes alle Links zu erhalten, auf die im Text verwiesen wurde, aber dieses Verfahren stammt noch aud Zeiten des Papiers. Wir erinnern uns mit Schaudern an ellenlange Listen mit Fuß- und Endnoten und Anmerkungen, die zwar kleingedruckt aber dennoch um so umfangreicher sind.

Womit wir mitten im Thema sind: Eine Fußnote innerhalb eines elektronischen Textes muss prinzipiell anklickbar sein. Dabei öffnet sich entweder ein kleines neues Fenster, in dem der Text der Fußnote angezeigt wird oder das Dokument springt zur Fußnote. In letzterem Falle ist es unbedingt notwendig, eine Möglichkeit zu schaffen, damit der Leser genau dort hin zurück kommt, wo er herkam.

Häufiger tritt aber der Fall auf, dass man auf ein Dokument verweisen möchte: vielleicht als Beispiel, als Quellenverweis oder als weiter gehende Informationsquelle. In diesem Falle wird der Link direkt im Text gesetzt.

Möchte ich auf eine Pressemitteilung der Messe München verweisen, dann schreibe ich etwa: „Die Messe München sagt“, wobei der ganze Text ein Link ist, daraus schließt der Leser, dass hier auf die quelle der Aussage zurückverwiesen wird.

Dabei müssen Links deutlich erkennbar sein, etwa farblich oder unterstrichen. Dabei verwendet man am besten die klassischen Linkfarben des Web: blau für nicht-besuchte Links, lila für besuchte Seiten. Auf jeden Fall sollte man darauf verzichten, den User durch verschieden farbige Texte zu verwenden. Farben sollten immer eine bestimmte Bedeutung haben, die sich möglichst schnell erschließt.

Wenig hilfreich sind nackte Links, ob sie anklickbar sind oder nicht. Wenn sie „sprechend“ sind, also im Linktext etwas aussagekräftiges drin steht, ist das schon besser, dennoch nicht unbedingt zielführend: http://www.oliveira-online.net/wordpress/wp-admin/post.php?action=edit&post=246

Betreibt man eine professionelle Site mit vielen externen und internen Links sollte man sich überlegen, ob man ein neues Fenster öffnen will oder ob der Link im gleichen Fenster geöffnet werden soll. Wird der Link im gleichen Fenster geöffnet, ist es aufwendiger, zum ursprünglichen Artikel zurückzukehren, sofern man das möchte. Öffnet man den Link in einem neuen Fenster, ärgert sich der User gegebenenfalls darüber. Folgende Regel halte ich für einen sinnvollen Kompromiß: Siteinterne Links werden im gleichen Fenster geöffnet, externe Links in neuem Fenster. Man kann auch im Title-Tag des Ankers hierauf hinweisen.

Wohin der Online-Journalismus steuert und wie man Links nicht verwendet, erfährt man in diesem Telepolis-Artikel.