Archiv der Kategorie: Tutorial

Hypermedia-Learning – ein neuer Ansatz im eLearning

eLearning ist nach wie vor die Domäne von klassischen Bildungsstätten. Es werden viele Ressourcen aufgewendet, um Lernmaterialien zusammenzustellen. Die Kurse sind meistens geschlossen, das Lernen und Kollaborieren findet in geschlossenen Systemen statt. Im folgenden möchte ich einen Ansatz vorschlagen, der das Erstellen von Lernumgebungen demokratisieren und das Lernen erleichtern soll.
Ich bin selber kein eLearning-Experte, daher weiß ich nicht, ob es schon einen Begriff dafür gibt. Ich nenne es Hypermedia Learning. Es vermischt vor allem zwei Ansätze: das rapid eLearning und die Massive Open Online Courses (MOOC). Das Hypermedia-Learning basiert auf vier Prinzipien:

  • Prinzip 1: Verknüpfen statt selber machen
  • Prinzip 2: Selbstständig statt angeführt
  • Prinzip 3: Verteilt statt konzentriert
  • Prinzip 4: Multidimensional statt textzentriert

Wie ich mir das ungefähr vorstelle, sieht man an diesem Beispiel, das allerdings noch nicht ganz fertig ist.

Prinzip 1: Verknüpfen statt selber machen

Für mich ist immer wieder erschreckend, wie viele Ressourcen darauf verwendet werden, das Rad neu zu erfinden. Jedes System hat zumindest in gewissem Maße seine Existenzberechtigung. Ein Informatiker hat villeicht Spaß daran, den Hunderten von Programmiersprachen noch eine neue hinzuzufügen. Aber warum man 30 verschiedene Lernplattformen basteln muss, von denen jede einzelne ihre Schwächen hat, erschließt sich mir nicht. Weil es beim Hypermedia-eLearning keine großen technischen Anforderungen gibt, lässt sich dafür jede Plattform verwenden, welche die technischen Anforderungen erfüllt. Das kann auch ein kostenloses WordPress-Blog sein oder Drupal.
Das Gleiche gilt für Informationen im Internet. Viele von den Informationen sind schon vorhanden und sie werden hoffentlich auch bleiben. Deshalb gibt es selten einen Grund, einen Text komplett neu zu schreiben, wenn die Informationen einfach nur verlinkt werden müssen. Vielfalt ist nicht per se schlecht, aber Vielfalt ist auch kein Wert an sich.
Im Hypermedia-eLearning stellt der Autor die Basis-Informationen in einem Text zusammen und bindet weitere Informationen über Links ein. Am besten ist es natürlich, die Informationen direkt in die Webseite einzubinden, wie man es mit YouTube-Videos oder Slideshare-Präsentationen machen kann. Mit Text geht das wegen der Urheberrechte nicht, eine Ausnahme wäre Scribd.
Statt alles selber zu schreiben stellt der Autor also die wesentlichen Informationen strukturiert und im Zusammenhang zusammen. Der Nutzer muss im Rahmen des Kurses die verschiedenen Materialien durcharbeiten.
Ich propagiere im übrigen kein Häppchen-Lernen. Es reicht normalerweise nicht, Texte, die man geschrieben hat einfach in eine logische Reihenfolge zu stellen. Vielmehr muss das gesamte Lernangebot einen roten Faden haben. Kein Autor wird also darum herum kommen, seine Inhalte ein wenig zu überarbeiten. Wer dafür weder Zeit noch Muße hat, fährt mit einem MOOC besser, wo lediglich zu bearbeitende Inhalte verlinkt und dazu passende Fragen zusammengestellt werden.

Prinzip 2: Selbstständig statt angeführt

Im klassischen eLearning werden vom Kursleiter Aufgaben vorgegeben, die der Schüler in einer bestimmten Zeit bearbeiten und wieder einreichen soll. Der Lehrer prüft die Lösung und gibt Feedback.
Im Hypermedia-eLearning übernehmen wir das Prinzip des autonomen Lernens. Der Nutzer erhält die Aufgabe, etwas zu tun, etwas auszuprobieren und selbständig zu prüfen, ob er das Ziel erreicht hat. Eine richtige Erfolgskontrolle wie beim klassischen eLearning ist für das selbstständige eLearning nicht nötig. Entsprechend müssen die Übungen gestaltet sein.

Prinzip 3: Verteilt statt konzentriert

Das Entscheidende ist dabei das Ziel Cummunity-Building. Die Community unterstützt im Idealfall die Bereitschaft, den Kurs zu Ende zu führen. Sie erleichtert den Austausch, wodurch das Wissen vertieft und die Reflexion verstärkt wird. Lernen ohne Lehrer könnte das Motto sein.
Viele Kurse haben keine nachhaltige Wirkung, weil der Stoff zwar durchgearbeitet wird, aber nur in Hinblick auf den Abschluß des Kurses. Das Ziel sollte aber sein, dass die Kursteilnehmer den Stoff selbständig vertiefen und das klappt im Austausch mit anderen am besten. Die Teilnehmer stellen Fragen, die durch das Kursmaterial nicht ausreichend beantwortet wurden oder gar nicht behandelt wurden. Diese Diskussionen helfen späteren Teilnehmern, den Stoff weiter zu reflektieren, das ist Crowd-Bildung.
Wenn der Kurs von der Plattform unabhängig ist, suchen sich die Teilnehmer ihre eigene Form der Verarbeitung auf Facebook, Twitter, Pinterest, Audioboo, YouTube oder wo auch immer.
Im Idealfall ergänzt dieses Material den Kurs und macht via Crowdsourcing einen besseren Kurs daraus. Das klappt aber nicht, wenn der Kurs und die Kursplattform geschlossen sind.

Prinzip 4: Multidimensional statt textzentriert

Im Internet liegen genügend multimediale Inhalte, um einen akademischen Abschluß nur mit diesen Materialien zu erlangen. Gleichzeitig sind die Kurse heute eher textbasiert. Multimedialität lässt sich dabei sowohl bei der Zusammenstellung des Kursmaterials als auch bei der Bearbeitung der Übungen realisieren.
Jeder Mensch hat seinen eigenen Lernstil. Manche mögen es eher visuell, manche eher akkustisch. Diese Vorlieben werden in den klassischen Kursen nicht berücksichtigt, weil jeder Teilnehmer die gleiche Aufgabe in der gleichen Weise bearbeiten muss.
Am besten wäre es, wenn die Lernenden den Stoff direkt auf ein konkretes Projekt anwenden könnten, das sie aktuell bearbeiten. Auch das geht in den klassischen Kursen nicht, weil das dem Lehrenden zu viel Mühe bereiten würde. Das konkrete Anwenden des Erlernten ist entscheidend für den Lernerfolg.
Statt ellenlange Texte durchzuarbeiten sollte der Nutzer die Möglichkeit bekommen, möglichst viel auszuprobieren. Es geht darum, den Spieltrieb zu wecken, dem Nutzer etwas zum Anfassen zu geben, seine Neugier zu wecken und ihn möglichst viel alleine herausfinden zu lassen, statt ihm alle Informationen vorverdaut zu präsentieren.

Demokratisierung der Bildung

Für professionelle Kurse werden zahlreiche Ressourcen benötigt. Es werden Didaktiker, Fachleute zur Erstellung des Kurses und Designer benötigt, die den Kurs inhaltlich ausarbeiten und optisch aufbereiten. Die Kurse kosten im besten Falle mehere Hundert Euro. Gleichzeitig haben wir einen expliziten Mangel an Kursen vor allem zu aktuellen Themen. Die ersten deutschsprachigen Kurse zu Web 2.0 erschienen vor drei bis vier Jahren. Ist das Kursmaterial einmal ausgearbeitet, wird es nur selten auf den aktuellen Stand gebracht.
Das hier vorgeschlagene Prinzip ist sozusagen die Wikipediasierung des Lernens. Die Entstehung von Bildungsmaterial und Enzyklopädien hat viel gemeinsam. Die Enzyklopedia Britannica ist sicher ein tolles Werk, das auch seine Existenzberechtigung hat. Aber sie ist teuer und praktisch in dem Moment veraltet, wo sie auf den Markt kommt.
Gleichzeitig wirft das beschriebene Verfahren die gleichen Probleme auf, wie sie die Wikipedia bereits heute hat. Das sind vor allem die Qualitätsunterschiede in den Artikeln.
Die Qualitätskontrolle wandert sozusagen von den Inhalteerstellern zu den Kursnutzern. Sie sind angehalten, das Gerlernte kritisch zu reflektieren, in Frage zu stellen und mit ihren Beiträgen zu verbessern. Das ist sozusagen Teil des Kurses und entspricht dem Prinzip des selbständigen Lernens.
Zur Demokratisierung gehört auch, dass jeder diese Kurse erstellen kann. Es gibt keinen Grund, die Schaffung von Wissen den Experten zu überlassen. Es gibt einen Hunger auf Wissen und es gibt keinen Grund, dieses Wissen in sorgfältig gebundene vom Verlag geprüfte Bücher zu packen.
Oftmals liegt das Basismaterial schon vor. Viele Blogs werden seit Jahren mit Einträgen gefüllt. Im Idealfall müssten die Beiträge nur in eine Struktur gebracht werden, die den Lernenden die Aufnahme erleichtert. Sie werden dann ergänzt mit Beiträgen, die die Lücken füllen und mit Fragen, die den Nutzern das Selbst-Lernen erleichtern. Das Material kann nach Belieben mit Texten von anderen Webseiten, Videos, Audios oder Präsentationen ergänzt werden. Dem Autoren fällt hier als Quasi-Experten die manchmal schwere Aufgabe zu, die aus seiner Sicht besten Inhalte auszuwählen. Theoretisch lassen sich beliebig viele Inhalte einbinden, praktisch soll aber gerade der Lernende nicht mit einem Übermaß an Inhalten überschüttet werden. Und natürlich sind die Urheberrechte zu berücksichtigen, es geht nicht um Copy-Paste, sondern um Hypermedia.
Ein Kurs kann auch modular gestaltet werden, so dass er einerseits Laien wie Experten ansprechen kann. Auf der anderen Seite können so auch unterschiedliche Zielgruppen erreicht werden. Die Redakteure zum Beispiel bearbeiten den ersten Teil, die Designer den zweiten Teil, aber beide haben auch die Möglichkeit, die jeweils anderen Teile durchzuarbeiten. Das heißt, dass die einzelnen Module des Kurses grundsätzlich eigenständig funktionieren müssten.
Unsere Regale sind voll von Lehrbüchern, die mit der besten Absicht gekauft wurden, aber keinen nachhaltigen Einfluß hatten. Unsere Schulen, Universitäten und das Internet sind voll altbackener Didaktik, die heutige Möglichkeiten bei weitem nicht ausnutzt.

Drupal als einfaches Learning Management System

Es gibt eine Reihe kostenloser Open-Source-Lösungen für Lernumgebungen zum eLearning im Internet. Die größte und wahrscheinlich auch umfangreichste Lösung ist Moodle. Moodle ist allerdings sehr anspruchsvoll, was den Ressourcenbedarf angeht. Außerdem ist es für kleine Lernumgebungen überdimensioniert. Ein einfaches Redaktionssystem erfüllt oft viele Ansprüche und lässt sich mit geringeren Ressourcen betreiben.
Vieles spricht für WordPress: es ist schnell erlernt, es gibt zahllose Erweiterungen für jeden Zweck und es lässt sich fast überall betreiben.

Für interaktive Umgebungen scheint mir aber das freie System Drupal besser geeignet. Es erfordert ein wenig mehr Einarbeitung als WordPress, bringt jedoch einige interessante Funktionen von Haus aus mit. Der Schwerpunkt von Drupal liegt auf dem Community-Building. Man kann zu jedem Inhalt ein Forum hinzufügen, so dass Diskussionen und Kommentare zu jedem Lerninhalt geführt werden können.
Drupal ist ein klassisches Redaktionssystem zum Erstellen von Webseiten, während der Schwerpunkt von WordPress auf Weblogs liegt. In Blogs gibt es normalerweise keine Hierarchie, alle Beiträge liegen auf der gleichen Navigationsebene. Die Beiträge werden nicht im Zusammenhang in einer bestimmten Reihenfolge gezeigt, sondern umgekehrt chronologisch. Das kann man natürlich nach Belieben ändern, Drupal erlaubt das aber von Haus aus. Das Buchmodul von Drupal erleichtert es, Inhalte in eine lineare Reihenfolge zu bringen, so dass der Lernende den Stoff nac einem bstimmten System durcharbeiten kann.
Vieles andere ist integriert oder lässt sich nachrüsten: Benutzerverwaltung mit Rollen, zeitgesteurtes Veröffentlichen, Blogs, die Einbindung von RSS-Feeds, Umfragen/Fragebögen usw.
Auch das Einreichen von Aufgaben und die Rückmeldung durch den Lehrenden sollte sich realisieren lassen.
Der große Vorteil von Drupal gegenüber zum Beispiel Typo3 ist die vergleichsweise einfache Erlernbarkeit und Anpassbarkeit. Außerdem verbraucht es weniger Ressourcen als Moodle und ist stärker auf den Austausch und Benutzer mit unterschiedlichen Rollen ausgelegt als WordPress.Drupal ist ein Framwork für Community-Building, so dass angemeldete Nutzer ihre Diskussionen, Blogs oder eigene Beiträge innerhalb des Systems abgeben können, ohne dass das System erweitert werden muss.

Drupals Stärken werden leider schnell unterschätzt. Ein Problem des Systems ist, dass es im Gegensatz zu WordPress out of the box nicht besonders benutzerfreundlich ist. Ich glaube, sehr viel mehr Leute würden das System einsetzen, wenn es fertig vorfonfigurierte Systeme z.B. für Redakteure gäbe. So ist die Einarbeitungszeit doch ein wenig höher, weil die Funktionen teilweise gut versteckt sind. Zum Beispiel gibt es out of the box keinen graphischen Texteditor. Die Funktion zum Hochladen von Bildern muss in einigen Inhaltstypen wie Büchern erst eingeschaltet werden.
Drupal gilt als Linux der Content Management Systeme, aber das trift auch auf MODx oer Typo3 mit seinem TypoScript zu. Im Vergleich ist Drupal einfacher.

Ranking bei Amazon – welches Produkt wird verkauft?

Es gibt jede Menge Statistiken darüber, welche Suchmaschinen am stärksten eingesetzt werden. Ob Google, Bing oder Yahoo, wir kennen die Marktanteile dieser Suchmaschinenanbieter. Hinzu kommen soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, die seltsamerweise nicht in diesen Rankings berücksichtigt werden, obwohl – wenn man sie als Suchmaschinen betrachtet – sie wahrscheinlich eine größere Rolle spielen als Bing oder Yahoo.
Seltsamerweise unbeachtet bleibt eine zweite Form nicht klassischer Suchmaschinen: die eCommerce-Riesen Amazon und eBay. Wenn man sich eine Vorstellung davon machen möchte, wie der aktuelle Durchschnittspreis eines Produktes ist, schaut man dort nach. Wenn man eine Bewertung von Büchern oder Musik haben möchte, wird man bei Amazon schneller fündig als bei Google. Leider verraten die beiden Shopping-Seiten nicht, wie viele Suchen über ihre Seiten abgewickelt werden, aber wenn man sie zu den Suchmaschinen rechnen würde, hätten sie einen guten Marktanteil. Ein wenig beachteter Aspekt ist das Ranking von Produkten bei Amazon. Nehmen wir an, ich suche nicht ein bestimmtes Buch, sondern gebe nur ein Stichwort wie „Web 2.0“ ein. Dann wirft Amazon eine ganze Reihe von Büchern aus. Gehen wir weiterhin davon aus, dass es bei Amazon ähnlich ist wie bei Google, die erste Suchergebnisseite erhält die gesamte Aufmerksamkeit, kaum jemand blättert auf Seite 2. Und je höher das Produkt steht, desto eher wird es gekauft oder zumindest zur Kenntnis genommen.
Es stellt sich also die Frage, wie Amazon seine Produkte rankt. Zunächst dürfte der wichtigste Faktor das Vorkommen des Suchbegriffs im Buchtitel sein. Das klingt zwar logisch, aber Amazon zeigt häufig genug auch Bücher an, in deren Titel das Suchwort nicht vorkommt.
Weitere Faktoren könnten sein:

  • das Erscheinungsdatum
  • der Preis
  • die Lieferbarkeit
  • die Höhe der Bewertung
  • die Zahl der Bewertungen
  • die Verkaufszahlen
  • die Durchklickrate

Die wenigsten Leute machen sich bewusst, dass Amazon sehr genau beobachten kann, was sie auf der Webseite treiben, welche Produkte wie lange angeguckt werden und so weiter. Es gibt keinen Beleg dafür, dass diese Faktoren in das Ranking einfliessen, aber möglich ist es.
Da Amazon maßgeblich für den Absatz der Produkte sorgen kann, wäre eine Optimierung des Produktnamens auf seine Suche nicht abwägig. Insbesondere bei Büchern, wo sich der Großteil der Preise zwischen 20 – 40 Euro bewegt, der Preis also nicht ausschlaggeben für den Kauf ist, ist es nicht nur wichtig, auf Seite 1 der Suche zu stehen, sondern möglichst weit oben.
Der Trend geht ja hin zu immer schreienderen Buchtiteln und Covern. Dass die Bücher häufig nicht halten können, was ihre Titel versprechen, ist leider jedem Käufer allzu bekannt. Ich neige heute eher dazu, mir eine Buchanschaffung sehr genau zu überlegen, weil ich bei einigen intuitiv gekauften Büchern doch sehr unzufrieden war.
Ich möchte hier keine Bewertung für das eCommerce-Optimieren abgeben, im Gegenteil, ich sehe das ziemlich kritisch. Wenn ich etwas suche, möchte ich das passende finden und nicht irgendwelchen SEO-optimierten Quatsch. Das Problem ist, dass möglicherweise interessantere und bessere Produkte hinten runterfallen, weil sie ein paar Euro teurer sind, die knalligen Keywords nicht im Titel vorkommen oder sie nicht oft genug rezensiert wurden. Wir haben zudem das Problem der selbsterfüllenden Prophezeiung, wenn wenig gekaufte Produkte nach hinten fallen. Ein Produkt, das häufiger gekauft wird, rutscht nach vorn und wird deshalb häufiger gekauft. Ein Produkt, das seltener gekauft wird, rutscht nach hinten und wird deshalb seltener gekauft. Dabei ist die Zahl der Verkäufe kein brauchbares Qualitätskriteerium. Amazon hilft mir dabei, Produkte zu kaufen, indem es mir Produkte empfiehlt, die andere Leute gekauft haben, die diesen Artikel gekauft haben, den ich mir gerade angucke. Amazon hilft mir nicht dabei, das Produkt zu finden, welches ich benötige, darum muss ich mich selber kümmern.
Ich will daher jedem Käufer raten, sich auch mal die hinteren Suchseiten anzugucken und vor allem kritisch auf die Produkte der Seite 1 zu gucken. Es schadet auch nicht, die Suchbegriffe zu variieren.

  • erbraucher führen Produktsuche zu 60% über eBay, Amazon und Co. durch
  • Understanding Sales Rankings for Books
  • Joachim Leser: Die Amazonisierung des Sortiments
  • WER WEIß WAS ÜBER DIE NUTZER: Die wirkliche Datenkrake heißt Amazon

Excel – jede Zeile als eigene Seite ausdrucken

Selten kommt es vor, dass man Daten aus Excel ausdrucken möchte. Möchte man nur die Tabelle ausdrucken, muss lediglich die Seite korrekt eingerichtet werden. Anders sieht es aus, wenn man aus irgendeinem Grund jede Zeile der Tabelle auf einem eigenen Blatt ausdrucken möchte. Excel bietet dafür keine Funktion. Der eleganteste Weg wäre natürlich, ein kleines Skript in Visual Basic zu schreiben, dass kann aber nicht jeder – ich sowieso nicht.
Ein recht einfacher Weg führt über Word. Dort können wir die Funktion Seriendruck verwenden. Der Serienbrief ist normalerweise dafür gedacht, einen Standardbrief an viele Empfänger zu versenden, also nur die Adressdaten auszutauschen. Diese Daten werden normalerweise aus einer Datenbank oder Tabelle importiert und im Dokument angeordnet. Die Funktion kann aber auch dazu verwendet werden, beliebige Daten auszudrucken. Dazu gehen wir folgendermaßen vor:
Wir öffnen ein leeres Dokument in Word und starten den Assistenten für Seriendruck. Diesen finden wir unter Extras, in Word 2003 dort unter „Briefe und Sendungen“. Dort wählen wir „Serienbrieferstellung“. Anschließend öffnet sich der Aufgabenbereich, dort wählen wir Briefe und klicken auf „Weiter“. Wir verwenden das aktuelle Dokument und klicken auf „Weiter“. Auf der folgenden Seite wählen wir „Vorhandene Liste verwenden“ und suchen nach unser Excel-Tabelle.
Jetzt sagen wir zu allem „Ja“ und „Weiter“, bis sich das Dialogfeld und das Auswahlfeld für die Daten schließt. Anschließend können wir Daten einfügen, was wir auch machen, dazu wählen wir aus dem Aufgabenbereich die Option „Weitere Elemente“. Es öffnet sich ein Dialogfeld, wo wir die Spaltenköpfe unserer Tabelle lesen können. Hier klicken wir bei den Spalten, die wir eingefügt haben wollen auf „Einfügen“, diese erscheinen im Dokumentenfenster, sie sind grau unterlegt, da es sich um Datenfelder handelt. Anschließend klicken wir auf „Schließen“.
Jetzt wollen wir das Ganze mal anständig formatieren. Der Text, den wir jenseits der grauen Felder einfügen, wird auf jeder Seite des Dokumentes angezeigt. Diesen Text können wir natürlich auch formatieren. Mit Return oder Leerzeichen solltest du außerdem dafür sorgen, dass nicht alle Datenfelder zusammenkleben, achte dabei darauf, dass die Klammern zu den Datenfeldern gehören und nicht abgetrennt werden sollen. Im Aufgabenbereich kannst du zwischen Vorschau und Dokumentbearbeitungsansicht hin und her wechseln, bis du mit der Ansicht zufrieden bist.
Ich empfehle vor dem Ausdruck vieler Seiten ein testweise drüberschauen, da sich immer Fehler einschleichen können. Ein guter und einfacher Trick ist, das ganze Dokument zuerst als PDF auszudrucken. Dazu musst du natürlich ein Programm zur Erstellung von PDF-Dateien installiert haben, dass sich über den Druckerdialog der Textverarbeitung ansprechen lässt. Viel Erfolg.

Daten aus einem PDF in eine Excel-Tabelle übertragen

Leider kommt es recht häufig vor, dass Daten in einem PDF geliefert werden. Es ist leider kaum möglich, diese Daten einfach in eine Tabelle zu übertragen, um sauber mit ihnen arbeiten zu können. PDF ist eigentlich ein Format für den Druck und enthält deshalb kaum Strukturinformationen.

Ein recht einfacher Weg ist, die Daten in ein CSV-Format zu übertragen. Das klappt beispielsweise recht gut, wenn nach jedem Datum ein Zeilenumbruch vorhanden ist und jeder Datenabschnitt durch zwei Zeilenumbrüche gekennzeichnet ist. Zum Beispiel

Name: Mustermann
Vorname: Max
Telefon: 0221 000000

Name: Mustermann
Vorname: Erika
Telefon: 02106 00000

Um herauszufinden, ob das bei eurem Dokument der Fall ist, speichert ihr das PDF-Dokument über euer Leseprogramm im reinen Textformat txt. Der oben beschriebene Weg klappt auch, wenn statt einem Zeilenumbruch immer doppelte Leerzeichen oder etwas in der Art vorhanden ist.

In jeder Textverarbeitung kann man gezielt nach Absätzen oder ähnlichen Textformatierungen suchen. Über die Suchen-und-Ersetzen-Funktion kann man diese Absätze gezielt suchen und durch ein Semikolon ersetzen lassen.

Wichtig ist dabei, eventuell vorhandene Semikola vor dieser Aktion zu entfernen, damit diese nicht als Markierung einer Tabellenzelle gewertet werden. Sind die Semikola wichtig, müssen sie vorher maskiert werden.

Zunächst sollten wir nach doppelten Absätzen suchen und diese durch doppelte Semikola ersetzen. Dadurch vermeiden wir fehlerhafte Ersetzungen. Haben wir alle doppelten Zeilenumbrüche entfernt, suchen wir nach einfachen Zeilenumbrüchen und ersetzen diese jeweils durch ein Semikolon.

Das Resultat sollte so aussehen:

Name: Mustermann;Vorname: Max;Telefon: 0221 000000;;Name:Mustermann;Vorname: Erika;Telefon: 02106 00000

Ich empfehle hier das reine Textformat und kein RTF- oder sonstige Dateiformate zu verwenden, weil es da Probleme mit der Zeichencodierung oder sonstigen Sonderzeichen geben kann. Wir schließen also das Textdokument und ändern das Dateiformat von .txt. in .csv.

Wir könnten an dieser Stelle schon hingegen und die überflüssigen Inhalte aus den Zellen entfernen, um sie als Spaltennamen zu verwenden. Das kann aber auch in der Tabellenkalkulation erledigt werden. Das geschieht ebenfalls durch die Suchen-und-Ersetzen-Funktion, diesmal suchen wir zum Beispiel nach der exakten Zeichenkette „Vorname: “. Um Nacharbeiten zu vermeiden, solltet ihr darauf achten, in einem Schritt mit dem überflüssigen begriff auch die Leer- und Satzzeichen zu entfernen. Ansonsten kann es zu Problemen kommen, wenn ihr zum Beispiel eine Spalte nach Postleitzahlen oder Anfangsbuchstaben sortieren wollt. Achtet darauf, dass auch leere Werte in die Tabelle übernommen werden, ansonsten rutschen euch sämtliche Werte durcheinander und die Tabelle ist praktisch unbrauchbar.

Da die meisten PDF-Dateien nicht sauber strukturiert sind, werden hier einige Nacharbeiten nötig sein, dennoch hoffe ich, dass ihr durch die oben beschriebenen Schritte ein wenig Zeit spart. Viel Erfolg.

Poor Content – die Schwäche des Online-Journalismus

Viele Leute wissen nicht, dass die großen Online-Angebote von Zeitungen und Magazinen von eigenständigen Redaktionen betreut werden. Wozu sollte diese Info auch gut sein? Es ist allerdings so, generell pflegt jedes große Medium seine eigene Online-Redaktion, die zumindest organisatorisch von der Print-Redaktion unabhängig ist. Das heißt natürlich nicht, dass Artikel nicht mehrfach verwertet werden oder das ein Offliner nicht für Online schreibt oder umgekehrt.

Zehn Jahre und keinen Schritt weiter

Man kennt das: da ist ein interessanter Artikel und man hätte gerne die Zahlen und Fakten auf einen Blick, weil sie im Artikel zu kurz gekommen sind. Gut, dass unsere service-orientierten Medienseiten genau das anbieten.
Besonders gut gefällt mir, dass in Online-Artikeln die Quelle nicht nur passiv genannt, sondern aktiv verlinkt wird. Die kryptischen und eher nichts sagenden Abkürzungen dpa und ddp müssen echten Quellennachweisen und Verweisen auf Pressemitteilungen, anderen Webpublikationen und sogar user-generierten Inhalten wie Weblogs, Podcasts und YouTube-Videos weichen. So weiß der Leser nicht nur, woher der clevere Journalist seine Infos hat, sondern kann sich selber ein Bild machen.

Aber mal im Ernst, das alles ist nicht nur Zukunftsmusik, es wird in renommierten Publikationen bis auf weiteres nicht auftauchen. Die Mutlosigkeit der Printer, wie ich sie nennen möchte, ist mit Händen greifbar. Im Grunde haben sie das Print-Modell ohne großartige Modifikationen auf Online übertragen. Das Höchste der Gefühle sind „verwandte Artikel“ und Schlagworte, die vermutlich automatisch erstellt wurden. Denkt man sich diese beiden Erfindungen weg – die im übrigen auch schon fünf Jahre alt sind – könnte man ohne Weiteres glauben, im Jahr 2000 zu sein. Die Einbindung verwackelter YouTube-Videos oder das Betreiben von Journalisten-Weblogs kann nicht darüber hinweg täuschen, dass die Medien-Branche eine Innovationsschlafmütze ist.

Jeder echte Onliner bekommt Zahnschmerzen, wenn er einmal mehr nach der Quelle einer Information suchen muss, anstatt sie – wie es im übrigen jeder vernünftige Blogger tut – ordentlich im Artikel verlinkt zu finden. Jede Online-Publikation scheint davon zu träumen, sie könne den Leser auf ewig in ihrer Site gefangen halten, weil er nicht weiß, wie man mit der Adressleiste umgeht.

Was tun?

Nun bin ich kein Mensch, der nur meckern möchte. Hier also ein paar Vorschläge, wie die Online-Publikationen zu echten Service-Dienstleistern für den Leser werden können, sich aus der Papier-Steinzeit befreien und vielleicht endlich auch vernünftig Geld einnehmen können:

  • Quellen: Der heutige Leser möchte wissen, woher eine Information kommt. Er erwartet einen Link auf die Quelle, sei es nun ein Weblog, eine Pressemitteilung, ein Tweet oder etwas anderes.
  • Factbox: Jeder Journalist weiß, wie schwierig es ist, Zahlen in großen Mengen in Artikeln unterzubringen. Diese Zahlen können in einer Factbox untergebracht werden, wo sie übersichtlicher sind: Wie viele Studierende gibt es, wie viele werden in den nächsten Jahren erwartet, wer will was studieren? Ein weicher Bericht über Einzelschicksale ist schön und gut, aber wir wollen den Gesamtkontext erfahren und der drückt sich in harten Zahlen aus. Die zahlen lassen sich auch mit Diagrammen oder Schaubildern veranschaulichen.
  • Hintergründe: Die Redakteure verweisen mit Vorliebe auf eigene Artikel, aktuelle Artikel oder Artikel, wo ein Stichwort des gelesenen Artikels prominent vorkommt. Dass im aktuellen Artikel und den drei Artikeln unfein gesagt vier Mal das selbe steht, stört ihn weniger. Ich stelle mir stattdessen eine Art Storyline vor: Dabei werden die Beiträge, die zum aktuellen Artikel im Bezug stehen, auf einer Art Zeitachse angeordnet, Hintergrund-Berichte und vertiefende Informationen werden hervorgehoben und die Artikel werden in einen Gesamtbezug zueinander gestellt. So findet der Leser, was er sucht: Hintergründe, Details, verwandte Themenfelder… Im übrigen könnten diese Verweise – oh Schock – auch auf externe Quellen verweisen! Sei es nun ein gelungener Wikipedia-Artikel, eine Publikation des eigenen Hauses, aber auf einer anderen Website oder eben tatsächlich eine private Website, die aber qualitativ gute Informationen liefert.

Das sind nur einige Vorschläge, die weiter gedacht, ausprobiert oder verworfen werden müssen. Es ist sicher nicht meine Aufgabe, die Verlagshäuser vor ihrer Denkfaulheit zu retten. Im Augenblick sind die einzelnen Publikationen austauschbar und bis zur Unkenntlichkeit identisch. Was aber für die Generation Print gereicht hat, wird für die gerade anwachsende Generation Online noch lange nicht genug sein. Deshalb muss Online weiterentwickelt werden. Und dazu müssen sowohl die technischen als auch die inhaltichen Möglichkeiten wesentlich besser genutzt werden, als das heute in Deutschland passiert.

Link – die Kunst der richtigen Verbindung

Auch Links wollen richtig gesetzt werden. Es ist zwar nett, am Ende eines elektroischen Textes alle Links zu erhalten, auf die im Text verwiesen wurde, aber dieses Verfahren stammt noch aud Zeiten des Papiers. Wir erinnern uns mit Schaudern an ellenlange Listen mit Fuß- und Endnoten und Anmerkungen, die zwar kleingedruckt aber dennoch um so umfangreicher sind.

Womit wir mitten im Thema sind: Eine Fußnote innerhalb eines elektronischen Textes muss prinzipiell anklickbar sein. Dabei öffnet sich entweder ein kleines neues Fenster, in dem der Text der Fußnote angezeigt wird oder das Dokument springt zur Fußnote. In letzterem Falle ist es unbedingt notwendig, eine Möglichkeit zu schaffen, damit der Leser genau dort hin zurück kommt, wo er herkam.

Häufiger tritt aber der Fall auf, dass man auf ein Dokument verweisen möchte: vielleicht als Beispiel, als Quellenverweis oder als weiter gehende Informationsquelle. In diesem Falle wird der Link direkt im Text gesetzt.

Möchte ich auf eine Pressemitteilung der Messe München verweisen, dann schreibe ich etwa: „Die Messe München sagt“, wobei der ganze Text ein Link ist, daraus schließt der Leser, dass hier auf die quelle der Aussage zurückverwiesen wird.

Dabei müssen Links deutlich erkennbar sein, etwa farblich oder unterstrichen. Dabei verwendet man am besten die klassischen Linkfarben des Web: blau für nicht-besuchte Links, lila für besuchte Seiten. Auf jeden Fall sollte man darauf verzichten, den User durch verschieden farbige Texte zu verwenden. Farben sollten immer eine bestimmte Bedeutung haben, die sich möglichst schnell erschließt.

Wenig hilfreich sind nackte Links, ob sie anklickbar sind oder nicht. Wenn sie „sprechend“ sind, also im Linktext etwas aussagekräftiges drin steht, ist das schon besser, dennoch nicht unbedingt zielführend: http://www.oliveira-online.net/wordpress/wp-admin/post.php?action=edit&post=246

Betreibt man eine professionelle Site mit vielen externen und internen Links sollte man sich überlegen, ob man ein neues Fenster öffnen will oder ob der Link im gleichen Fenster geöffnet werden soll. Wird der Link im gleichen Fenster geöffnet, ist es aufwendiger, zum ursprünglichen Artikel zurückzukehren, sofern man das möchte. Öffnet man den Link in einem neuen Fenster, ärgert sich der User gegebenenfalls darüber. Folgende Regel halte ich für einen sinnvollen Kompromiß: Siteinterne Links werden im gleichen Fenster geöffnet, externe Links in neuem Fenster. Man kann auch im Title-Tag des Ankers hierauf hinweisen.

Wohin der Online-Journalismus steuert und wie man Links nicht verwendet, erfährt man in diesem Telepolis-Artikel.