Warum ich den Begriff people of color ablehne

Eine Gruppe unterschiedlichfarbiger stilisierter Personen mit einem RollstuhlNeuerdings begegne ich immer mehr Texten, die den Terminus „person of color“ oder „people of color“ verwenden. Gemeint sind nicht Anstreicher, Lackierer oder Maler, sondern Personen, die nicht weiß sind.
Anscheinend versuchen die Klassensprecher unserer nicht existenten Community und einige Anti-Rassismus-Organisationen, den Begriff in Deutschland zu verankern – wie es aussieht mit Erfolg.

Die Nicht-Gruppe der Farbigen

Ich bin kein Freund von Verneinungen, man sollte zeigen, was man ist, nicht, was man nicht ist. Stellt euch vor, die Heterosexuellen gründen den Club der Nicht-Schwulen,.
Das versuchen die POC -Aktivisten. Aber Inder haben mit Chinesen, Arabern, Schwarzafrikanern und so weiter nichts gemeinsam: Nicht die Herkunft, nicht die Hautfarbe und auch nicht die Rassismus-Erfahrung.

Wird Rassismus gegen Weiße geleugnet?

So ziemlich jede weiße Frau kann über rassistische Beleidigungen gegen sich berichten. Wer diesen Fakt leugnet, ist ein Heuchler bzw. tut das, was vielen Weißen vorgeworfen wird: Er bewertet die Erfahrungen eines anderen.
Man leugnet also, dass es Rassismus gegen Weiße gibt, indem man sagt, alle anderen Hautfarben würden Rassismus erfahren. Das klingt mir arg nach umgekehrtem Rassismus.

Ist weiß keine Farbe?

Der Begriff people of color verstößt gegen die sprachliche Logik: Weiß ist ebenso eine Farbe wie schwarz, rot und grün. Dass Menschen mit einer bestimmten Hautfarbe ausgeschlossen werden – öhm, hatten wir das nicht schon mal? Und natürlich dürfen sich people of non-color bitte nur positiv zu people of color äußern, Kritik ist unerwünscht – so wohl an dem Begriff als auch an den Personen, die ihn verwendet haben und schon gar nicht an den Menschen, die damit bezeichnet werden.

Braucht man den Begriff überhaupt

Noch keiner konnte mir wirklich erklären, wofür man den Begriff people of color tatsächlich braucht, was also sein Mehrwert in Bezug auf Begriffe ist, die wir bereits haben.
Er stammt ursprünglich aus den USA und wurde von den Black Panthers geprägt. Die USA haben aber eine ganz andere Tradition als Kontinentaleuropa. In Deutschland gibt es wenige Schwarzafrikaner und eher Personen aus dem Nahen Osten, deren Hautschattierung nun wirklich nicht von der der Kaukasier abweicht. Mal abgesehen davon, dass auch unter Nahöstlern Rassismus gegen Dunkelhäutige weit verbreitet ist.

Wurden wir gefragt

Ich muss die Abstimmung verpasst haben, in der geklärt wurde, dass wir jetzt so bezeichnet werden wollen. Mein Eindruck ist eher, dass sich hier ein paar gut gebildete Weiße und Diversity-Menschen zusammen geschlossen haben, um diesen Begriff mit der Brechstange durchzusetzen.
Ich kenne niemanden außerhalb dieser kleinen, aber lautstarken und publikationsträchtigen Gruppe, die diesen Begriff für sich oder andere verwenden würden. ES sind diese typischen semantischen Spielereien von Leuten, die offenbar keine richtigen Probleme haben. Ihr dürft euren Begriff gerne für euch verwenden. Aber einen Begriff auf andere anzuwenden, die wider Willen dadurch in eine Gruppe gesteckt werden, hm, das hatten wir doch auch schon mal.

Ein Irrweg der Geisteswissenschaften

Wer sich fragt, wo all diese Begriffsschöpfungen her kommen – es sind die Kinder der fanzösischen Strukturalisten, allen voran Jacque Derrida. Derrida hatte eine wahre Freude daran, die Sprache zu dekonstruieren und die Worte auf ihre wahre Bedeutung zurückzuführen. Ihm haben sich eine Reihe von Sozial- und Politikwissenschaften insbesondere in der Feminismus-, Rassismus- und Behinderungs-Forschung angeschlossen. Warum – das bleibt deren Geheimnis.
Und viele von diesen Personen spielen heute in der publizierten Öffentlichkeit eine große Rolle. Zuletzt machte das Framing große Furore, ein weiteres Konzept, dessen Bedeutung weit überschätzt wird von Leuten, deren wesentliches Werkzeug das Wort ist, die aber offenbar außerhalb elitärer Zirkel keine Ahnung von der Anwendung von Sprache haben.
Sie überschätzen daher die Verwendung bestimmter Begriffe und deren Folgen. Das wäre nicht schlimm, wenn sich ihr Tun nicht vollständig in diesen semantischen Spielereien erschöpfen würde. Frei nach dem Motto: Wir haben die Sprache geändert und damit ist der Rassismus zu Ende.

Ich bin behindert – Ihr enthindert mich