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MP3 kills the Minidisc-Star – das lange Sterben der Minidisc

Die Ära der Minidisc begann vor etwa 15 Jahren. In Konkurrenz mit der DAT – einer Art digitaler Kassette – sollte die Minidisc die Cassette verdrängen. Ihre Vorteile waren unschlagbar:
– robuste Datenträger
– praktisch unendlich oft bespielbar
– jedes Abspielgerät war zugleich Aufnahmegerät
– mit jedem Aufnahmegerät ließen sich auch Editierarbeiten durchführen, man war also unabhängig vom Computer
– Aufnahmen ließen sich in digitaler Qualität machen
– mit LP4 ließen sich bis 300 Minuten aufnehmen
Doch von Anfang an litt die MD an ihren Schwächen, die ihr Ende in Europa einläutet.
– Sonys Serial Copy Management System verhinderte, dass man digitale Aufnahmen digital überspielen konnte, die Überspielung musste analog und mit Qualitätsverlusten erfolgen. Sony hatte weiterhin verschlafen, mobile Geräte mit einer Computerschnittstelle auszustatten. Als die Schnittstellen dann doch kamen, war es nicht möglich, Aufnahmen vom Endgerät auf den Computer zu überspielen, man konnte lediglich Daten vom Computer auf das Gerät überspielen. Erst seit einigen Jahren liefert Sony Geräte aus, die das Überspielen von Aufnahmen vom Endgerät zum Computer zulassen. Vermutlich fünf Jahre zu spät, denn die meisten Minidisc-Fans dürften zwischenzeitlich umgestiegen sein. Das Gerät kostet schlappe 300 Euro, doppelt so viel wie ein MD-Deck. Mit HiMD und NetMD hatte Sony sein Format zu retten versucht. Zumindest für den Profibereich dürfte die HiMD interessant sein, da sie Aufnahmen in CD-Qualität ermöglicht. Auffällig ist aber, dass Sony heute offenbar der einzige Anbieter neuer MD-Geräte ist, offenbar halten Sharp und andere Anbieter den Markt nicht mehr für groß genug. Bei Amazon gibt es gar keine neuen MD-Decks mehr. Der Todesstoß für die MD war das aufkommende MP3-Format und die mobilen Abspielgeräte sowie der massenhaft billige Speicher. CD-Brenner und billige Rohlinge haben die MD endgültig unerschwinglich gemacht.
Für die durchaus noch vorhandene Minidisc-Fan-Gemeinde in Deutschland wird es also in Zukunft schwierig, wenn ihre alten Geräte allmählich den Geist aufgeben. Interessant wäre die Frage, ob Sony in Japan weitermachen wird, wo die MD wesentlich erfolgreicher war als in Deutschland.

MP3-Dateien beschleunigen

Folgendes Problem liegt an: Man hat eine Reihe von Audiodateien, in der Regel Sprache, die man sich anhören mag oder muss. Doch der Sprecher ist zu langsam, bekanntermaßen kann man wesentlich schneller lesen als den gleichen Text vorgelesen zu bekommen.
Eine Variante für einzelne Dateien ist das kostenlose Audio-Editing-Programm Audacity. Dazu muss die Datei importiert werden, danach wird die Tonspur markiert mit STRG + a. Unter Effekte findet man zwei Funktionen zum Beschleunigen der Aufnahme, eine der Funktionen sorgt dafür, dass die Tonhöhe beibehalten wird, so dass die Stimme des Sprechers nicht pipsig wird. Das Ergebnis wird über den Dateidialog exportiert. Die Variante ist ein wenig zeitaufwenidg, da die Datei jeweils um- und zurückgewandelt wird, außerdem scheint Audacity keine Stapelverarbeitung zu haben, so dass das Handling mehrer Dateien unkomfortabel ist.
Ich habe wochenlang nach einer Möglichkeit gesucht, viele MP3-Dateien auf einmal zu stretchen – sprich, das Tempo zu erhöhen. Ich bin nun endlich fündig geworden und möchte die anderen „Opfer“ des Tempolimits nun an der Lösung teilhaben lassen. Fairerweise und ohne Scham gebe ich zu, nicht selber darauf gekommen zu sein, sondern von dieser Seite (Englisch) die Lösung erhalten zu haben. Da gibt es auch eine bildliche Darstellung, die ich nicht übernehmen darf oder will.
Das Programm heisst Foobar2000, man sollte es runterladen und installieren. Zudem benötigt man eventuell das .net-Framwork von Microsoft. Auf jeden Fall braucht man die foo_dsp_soundtouch.dll, die man ebenfalls übers Netz findet. Möchte man mit MP3 arbeiten, benötigt man eventuell auch die Datei lame.exe, die – natürlich – auch im Internet zu finden ist.
Du installierst foobar2000, kopierst die foo_dsp_soundtouch.dll in den Installationsordner unter components und startest das Programm.
Unter File – Add files werden Dateien eingefügt. Mittels Kontextmenü – rechte Maustaste – Convert To – wird ein Menü geöffnet. Dort wählst du die Checkbox DSP und wählst anschließend deine Soundtouch-DLL aus. Oben triffst du die Optionen an. ACHTUNG: Bei erhöhtem Tempo erhöht sich die Tonhöhe, hier muss man eventuell bei den Optionen eingreifen oder experimentieren. Bei Sprache kann man durchaus 20 Prozent ohne großen Qualitätsverlust erhöhen. Ansonsten achtet man auf das Sprechertempo, bei 30 und mehr Prozent wird die Stimme allerdings sehr hoch, so dass man da auf jeden Fall die Tonhöhe kontrollieren sollte.
Du musst zudem MP3 auswählen, wenn MP3 am Ende rauskommen soll, meine Version von foobar2000 fragte nach dem Lame-Encoder, den du spätestens jetzt haben und auswählen musst.
Nachdem alles eingestellt ist – Tempo – Tonhöhe – Qualität der Ausgabedatei – gehts auch schon los. Recht flott das Programm.
Viel Spaß und Erfolg!